Alheimer Firma plant Kurzarbeit

Kirchner Solar streicht fast jede vierte Stelle

Geschäftsführer Lars Kirchner

Heinebach. Die Krise der Fotovoltaikbranche schlägt nun auch bei der Kirchner Solar Group (KSG) zu: Das Alheimer Unternehmen fährt einen harten Sparkurs und streicht 50 der 220 Arbeitsplätze am Firmensitz in Heinebach - das entspricht fast jeder vierten Stelle.

Geschäftsführer Lars Kirchner rechnet außerdem damit, dass etwa 20 Mitarbeiter der Produktion in Kurzarbeit gehen werden. Sie werden heute von Geschäftsleitung und Arbeitsagentur über die Folgen einer möglichen Kurzarbeit informiert.

Hintergrund des drastischen Strellenabbaus ist die anhaltende Krise der deutschen Solarbranche. Seitdem die Einspeisevergütung für Sonnenstrom gekürzt wurde, ist für Kirchner das Geschäft mit Großkunden und Projekten wie Solarparks eingebrochen. Es machte bislang 40 Prozent des Umsatzes aus.

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„Das können wir durch zusätzliche Endkunden und das Auslandsgeschäft nicht auffangen“, sagt Kirchner. Derzeit seien die Auftragsbücher zwar noch voll, aber der Trend gehe abwärts. „Wir mussten reagieren“, sagt Kirchner, der Gerüchten, KSG drohe die Zahlungsunfähigkeit widerspricht: „Wir haben noch nie Verlust gemacht und werden das auch dieses Jahr nicht, aber der Gewinn schrumpft.“

Ziel des Stellenabbaus sei, KSG besser auf den Wettbewerb einzustellen: „Wir bieten zwar die beste Qualität, sind aber auch immer etwas teurer“. Durch die Steigerung der Effektivität will KSG am Markt besser bestehen.

Vor drei Monaten hatte sich Kirchner noch zuversichtlich gezeigt, seine Firma werde die Krise ohne größere Entlassungen bewältigen. Von den 50 Stellen, die nun gestrichen werden, seien einige durch Altersteilzeitregelungen eingespart worden. Mehrere Mitarbeiter hätten selbst gekündigt. Einen Sozialplan musste die Firma, die keinen Betriebsrat hat, wegen der Entlassungen nicht aufstellen.

Von Marcus Janz

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Quelle: HNA

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