Kirchner Solar Group will den Bahnhof Heinebach repräsentativ umbauen

Soll repräsentativ werden: Viele internationale Kunden der Kirchner Solar Group kommen mit dem Cantus in Heinebach an, nachdem sie mit dem Flugzeug in Frankfurt gelandet und dann mit dem ICE nach Fulda gefahren sind. Derzeit gibt das leerstehende Bahnhofsgebäude aber kein sehr einladendes Bild für Gäste ab. Foto: Schäfer-Marg

Heinebach. Die Kirchner Solar Group in Alheim hat den Heinebacher Bahnhof von der Deutschen Bahn gekauft. Der Anbieter von Fotovoltaiklösungen, dessen Heinebacher Werk gleich auf der anderen Seite der Gleise steht, will das denkmalgeschützte Gebäude sanieren und für eigene Zwecke umbauen.

Das sagte Geschäftsführer Lars Kirchner. Wie viele Firmen können schon behaupten, einen eigenen Bahnhof zu haben? Die Kirchner Solar Group (KSG) hat quasi schon zwei: Vor zweieinhalb Jahren hat das Alheimer Fotovoltaikunternehmen die Panzerverladerampe in Heinebach gekauft, jetzt gehört ihr auch das Bahnhofsgebäude.

Die Deutsche Bahn, der das Gebäude bislang gehörte, hatte den Bahnhof im Internet zum Kauf ausgeschrieben. Wieviel KSG dafür gezahlt hat, will Geschäftsführer Lars Kirchner nicht kommentieren. Dem Vernehmen nach handelt es sich um einen eher symbolischen Kaufpreis, denn die Hauptkosten kommen auf Kirchner erst noch zu: Das denkmalgeschützte Gebäude muss aufwendig saniert werden.

„Wir wollten direkt auf die Gestaltung Einfluss nehmen können“, sagt Kirchner. Der Bahnhof sei für viele internationale Kunden des Unternehmens das erste, was sie von Alheim zu Gesicht bekommen. Nach der Landung mit dem Flugzeug in Frankfurt fahren sie mit dem ICE nach Fulda und weiter mit dem Cantus direkt nach Heinebach. KSG hat seinen Stammsitz vis-à-vis des Bahnhofs.

Das Vorbild: Die Melsunger Firma B. Braun hat den Morschener Bahnhof zu einem Schulungszentrum umgebaut. Foto: Müller-Neumann

Deshalb hat das Unternehmen im Jahr 2010 auch die Verladerampe gekauft, über die die Panzergrenadiere der Alheimer Kaserne in Rotenburg einst ihr schweres Gerät auf Waggons geladen haben. Dort stehen inzwischen zwei Produktions- und Lagerhallen des expandierenden Unternehmens.

Was mit dem Bahnhofsgebäude genau geschehen soll, ist nach Angaben von Lars Kirchner noch nicht ganz klar. Verschiedene Nutzungen seien denkbar. Durch den Kauf habe sich Kirchner zunächst die Möglichkeit sichern wollen, den Bahnhof nach eigenen Vorgaben sanieren zu können. Eines sei aber klar, sagt Kirchner: Repräsentativ soll der Ausbau sein.

Vorbild könnte der Bahnhof im benachbarten Morschen sein. Das sanierungsbedürftige Gebäude hat die Melsunger Firma B. Braun aufwendig umgebaut und in ein Schulungszentrum verwandelt.

„Der Morschener Bahnhof ist eine Augenweide geworden“, sagt Alheims Bürgermeister Georg Lüdtke. Er freut sich, dass die Kirchner Solar Group den Bahnhof sinnvoll nutzen will. „Heute ist es wichtig, dass sich Firmen und Privatleute bei der Sanierung öffentlicher Gebäude engagieren.“ Das stärke letztlich auch Heinebach als Stammsitz und wichtigsten Standort der Kirchner Solar Group.

Von Marcus Janz

Quelle: HNA

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