Zwei Jahre andauernde Entwicklung

Weltweit einmalig: Unternehmen aus der Region baut Technik für riesige Solarparks

Hofft auf lukrative Aufträge für Großanlagen im Ausland: Inhaber Lars Kirchner von der Kirchner Solar Group vor einem neu entwickelten Verfolgersystem für konzentrierte Fotovoltaik-Module (CPV) am Firmensitz in Heinebach. Foto: Janz

Heinebach. Die Kirchner Solar Group (KSG) dringt in den Markt für große Solarkraftwerke vor. Das Heinebacher Unternehmen hat ein weltweit einmaliges Verfolgersystem entwickelt, mit dem Großanlagen im Sonnengürtel der Erde aufgebaut werden können.

Riesiger Sonnenkollektor: Etwa zwölf mal zwölf Meter groß ist die Fläche des neuen Verfolgersystems, das bei Kirchner in Alheim aufgebaut ist. Messtechniker des Auftraggebers, des japanischen Energiekonzerns Sumitomo, prüfen in diesen Tagen die Anlage. Foto: nh

Mit seiner Größe und Beweglichkeit ist das System derzeit einmalig, sagt Firmenchef Lars Kirchner. 150 Quadratmeter groß ist das Testsystem, das in diesen Tagen vom Auftraggeber Kirchners, dem japanischen Energiekonzern Sumitomo, auf Herz und Nieren überprüft wird. Anstatt der bekannten Standardmodule, die in hiesigen Dachanlagen zum Einsatz kommen, werden Konzentratorzellen (CPV) genutzt, bei denen das Sonnenlicht von Linsen gebündelt wird. Sie haben eine höhere Ausbeute, sind aber schwerer und müssen sehr präzise auf die Sonne ausgerichtet sein. Sie rentieren sich daher nur in Gegenden mit vielen Sonnenstunden, erklärt Kirchner: „Eine derart große Komplettlösung, die die benötigte Genauigkeit einhält, gibt es derzeit nur von uns.“

Etwa zwei Jahre hat die Entwicklung gedauert, zehn Mitarbeiter waren beteiligt. Kirchner hofft, dass sein System in Fotovoltaikkraftwerken im Sonnengürtel der Erde zum Einsatz kommt. Konkret geht es derzeit um geplante riesige Solarparks in Saudi-Arabien und Marokko. Während ein Teil der Anlagen vor Ort gefertigt würde, bliebe die Produktion der Kernkomponenten in Heinebach, ebenso die Fernwartung. „Da kommt es auf Präzision und Know-how an“, sagt Kirchner.

Die Entwicklung von CPV-Solarkraftwerken steht noch am Anfang, die Branche geht von einem großen Wachstumspotenzial aus. Lars Kirchner sieht die Neuentwicklung seiner Firma daher als wichtiges weiteres Standbein: „Wir bieten verfügbare Lösungen, und unsere Technologie ist ausgereift.“ Zudem haben mehrere Konkurrenten zuletzt Insolvenz angemeldet.

Von Marcus Janz 

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Quelle: HNA

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