Weniger Gläubige: Gotteshäuser sind trotzdem nicht in Gefahr

Die Kirchen sollen Kirchen bleiben

Hersfeld-Rotenburg. Die demografische Entwicklung bedroht in den Kirchenkreisen Hersfeld und Rotenburg kein Kirchengebäude in seiner Funktion und seinem Bestand. Das sagen die Dekane Dr. Frank Hofmann (Hersfeld) und Gisela Strohriegl (Rotenburg) übereinstimmend.

Hintergrund etwaiger Befürchtungen: Weil durch die rückläufigen Bevölkerungszahlen auch die Kirchengemeinden kleiner werden werden andernorts Kirchengebäude aufgegeben, entweiht und umgenutzt.

„Im Bereich der Kurhessischen Landeskirche ist mir da kein Fall bekannt“, sagt Hofmann. Der nächstgelegene Fall seiner Kenntnis nach ist eine Kirche in Stadtallendorf, die Ende 2013 aufgegeben wurde. „In der Geschichte der Kirche hat sich der Gebäudebestand immer an die Zahl der Gemeindemitglieder angepasst – und zwar nach oben wie nach unten“, betont der Hersfelder Dekan und fügt an: „Es gibt die klare Priorität: Kirchen – Pfarrhäuser – Gemeindehäuser.“ Wo etwa Pfarrhäuser durch Stellenreduzierungen nicht mehr benötigt würden, strebe die Kirche ihren Verkauf an.

Das hat es in der Tat schon gegeben in der Region. So sei das ehemalige Pfarrhaus im Wildecker Ortsteil Richelsdorf an die dortige Suchtklinik verkauft worden, als die Pfarrstelle geteilt worden sei, erinnert sich Rotenburgs Dekanin Strohriegl. Einer der spektakulärsten Fälle in jüngster Zeit: Die Kirchengemeinde St. Georg in der Rotenburger Kernstadt gab – auch aus Kostengründen – ihr Gemeindehaus auf. Es wurde abgerissen.

Was Kirchengebäude betrifft, hat Strohriegl die Erfahrung gemacht, dass viele Menschen sich einsetzen – finanziell oder durch ihrer Hände Arbeit –, wenn es darum geht, dass „ihre“ Kirche saniert werden muss: „Kirchen sind Kulturdenkmäler, sie haben die Geschichte eines Dorfs geprägt und prägen sein Bild.“

Von Rainer Henkel

Quelle: HNA

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