Orgelfestival im Kirchenkreis Rotenburg lockte Zuhörer zu vier Konzerten an drei Tagen

Kirche wird zu Konzertsaal

Konzert in Nentershausen: Trompeter Rupprecht Johannes Drees und Bezirkskantor Christian Zierenberg verwandelten die Nentershäuser Kirche in einen Konzertsaal. Foto: Alexandra Koch

Nentershausen. Das Orgelfestival, das bereits zum 19. Mal im Kirchenkreis Rotenburg stattfand, bot den Zuhörern vier Konzerte an drei Tagen. Es begann mit der traditionellen Rotenburger Orgelnacht und einer Bewirtung unter freiem Himmel auf dem Marktplatz.

„Der Festivalcharakter ist bewusst gewählt, um auch Besucher von weiter her anzusprechen“, erklärte Bezirkskantor Christian Zierenberg, der Organisator des Orgelfestivals. Auch die Terminierung an einem verlängerten Feiertagswochenende komme dem entgegen.

Am Pfingstsonntag wurde die evangelische Kirche in Nentershausen zum Konzertsaal. Dort trat Trompeter Rupprecht Johannes Drees aus Weimar auf. Er ist einer der renommiertesten deutschen Naturtrompeter. Man nennt das Instrument auch Barocktrompete, so der Künstler. „Die Naturtrompete kommt ohne Ventile aus, so wie vor 300 Jahren“, erklärte Rupprecht Johannes Drees. „Meine Trompete ist eine Reproduktion einer solchen Naturtrompete.“ Christian Zierenberg begleitete den Naturtrompeter auf der Orgel. Zu hören waren Werke der italienischen Barockzeit, darunter auch Stücke deutscher und französischer Komponisten wie Bach und Mouret.

„Es sind Werke, wie sie in der Barockzeit an europäischen Fürstenhäusern gespielt wurden“, so Rupprecht Johannes Drees. Es sei Musik für prunkvolle Räume. Bürgerliche Musik habe es damals noch nicht gegeben. „Jedes Fürstenhaus hatte sein eigenes Hoforchester“, sagte Bezirkskantor Zierenberg. Er ergänzte, dass die Orgel in der Nentershäuser Kirche aus dem 17. Jahrhundert stammt. „Aus etwa der gleichen Zeit stammen die Werke, die wir hier heute Abend präsentieren.“

Während die vorgetragenen Werke von Johann Sebastian Bach ausschließlich für die Orgel komponiert wurden, spielten die Musiker die anderen Stücke des Konzertprogramms gemeinsam. „Trompete zu spielen, ist körperlich anstrengend, daher sind Pausen für den Musiker erforderlich“, erklärte Zierenberg die Musikauswahl. Als Zugabe spielten Drees und Zierenberg von Gian Paolo Cima die Kanzone „La Doppia“. Zum Konzert in der Nenterhäuser Kirche, das im Rahmen des Orgelfestivals stattfand, hatte zuvor Pfarrerin Annette König begrüßt. Das Abschlusskonzert der Konzertreihe am Pfingstmontag fand in der Obersuhler Kirche mit dem polnischen Organisten Marek Stefanski statt. Insgesamt wurden die Konzerte des Orgelfestivals von rund 200 Zuhörern besucht. „Orgelmusik ist eine Nische, ähnlich wie Kammermusik“, so Bezirkskantor Zierenberg. „Es ist ein spezielles Publikum, das diese Musik liebt.“

Von Alexandra Koch

Quelle: HNA

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