Kirche will Kräfte bündeln - Gemeinden sollen Gespräch suchen

Gundula Pohl

Bebra. Angesichts der finanziellen Situation muss die Kirche ihre Kräfte bündeln. Das wurde bei der Herbstsynode des evangelischen Kirchenkreises Rotenburg, zu der Dekanin Gisela Strohriegl am Freitagabend in das Bebraer Gemeindehaus eingeladen hatte, erneut deutlich.

Die Personalsituation sei gekennzeichnet von der Einsparung von 1,75 Pfarrstellen, sagte Strohriegl in ihrem Jahresbericht. „Weitere 1,75 Stellenanteile müssen noch bis Ende 2017 abgebaut werden.“ Jüngste Sparmaßnahme sei die kirchenkreisübergreifende Bildung eines zehn Kirchengemeinden umfassenden Großkirchspiels in der politischen Gemeinde Ludwigsau. Das bedeute für die in Beenhausen angesiedelte Pfarrstelle, dass von dort aus auch Gerterode mitversorgt werden müsse.

Als Beispiele für vernünftige Zusammenarbeit und Kräftebündelung nannte die Dekanin die Neubildung der Martin-Luther-Kirchengemeinde in Wildeck und der Johanneskirchengemeinde in Alheim. Ausdrücklich ermunterte sie dazu, das Gespräch mit den Nachbargemeinden zu suchen und sich zu konzentrieren: „Nicht jeder muss alles machen!“

Gisela Strohriegl

Um Geduld bat sie mit Blick auf die Renovierung von Kirchen und die „Ertüchtigung“ von Gemeindehäusern. Von zehn vom Kirchenkreis mitzufinanzierenden Projekten seien immerhin schon drei abgeschlossen. Als erfreulich bezeichnete sie den Neubau eines dreigruppigen kirchlichen Kindergartens in Rengshausen und den Umbau der dortigen Kirche zu einem Gemeindezentrum.

Gundula Pohl, die Vorsitzende des Kreisdiakonie-Ausschusses, stellte der Versammlung der Vertreter der Kirchengemeinden den von Anita Klöpfel (Bebra), Theodor Drude (Lispenhausen), Diakoniepfarrerin Jutta Preiß-Völker (Bad Hersfeld) und ihr überarbeiteten Rahmenplan für die zukünftige diakonische Arbeit vor. „Diakonie ist bunt und vielfältig“, fasste sie zusammen, „aber zunehmend von strukturellen Defiziten bedroht.“ Damit die Arbeit auf allen Ebenen und im bisherigen Umfang fortgeführt werden könne, gelte es verstärkt, nach „Drittmitteln“ Ausschau zu halten und Ehrenamtliche zu gewinnen.

Mehr zu dem Thema in der gedruckten Montagausgabe

Von Wilfried Apel

Quelle: HNA

Kommentare