Kirche bleibt Kita-Träger in Nentershausen

Nentershausen. Die evangelische Kirche bleibt Träger der Kindertagesstätte in Nentershausen, obwohl sie nur noch einen geringen Anteil der Kosten übernimmt. Das hat die Nentershäuser Gemeindevertretung in ihrer jüngsten Sitzung einstimmig entschieden.

Der Vertrag zwischen der politischen und der kirchlichen Gemeinde läuft Ende Juli 2015 aus. Im Jahr 2008 hatte die Kirchengemeinde noch 40 Prozent der Kosten für Betrieb und Verwaltung übernommen, die politische Gemeinde 60 Prozent. In den vergangenen Jahren sank der Anteil der Kirche in Nentershausen auf zurzeit 12,5 Prozent. Der Anteil der politischen Gemeinde stieg auf 87,5 Prozent.

Ab August 2015 schreibt der neue Vertrag die Kostenverteilung, die zurzeit gilt, auch für die kommenden Jahre fest.

Kosten alleine tragen

Eine Alternative wäre, dass die politische Gemeinde nach einem anderen Träger sucht. „Für Nentershausen käme da nur die Arbeiterwohlfahrt in Frage“, erläuterte Carmen Bornschier (SPD). Dieser Träger zahle aber gar keine Zuschüsse zum Betrieb der Kita. Dann müsse die Gemeinde alle Kosten allein tragen.

43.000 Euro weniger 

Die zweite Alternative wäre, dass die politische Gemeinde die Tagesstätte allein führt. Das aber schlossen SPD und CDU aufgrund der finanziellen Situation der Gemeinde aus. Dann würde der Zuschuss der Kirchengemeinde ganz wegfallen und der Zuschuss des Landes geringer ausfallen. Pro Jahr würden der Gemeinde dann weitere 43.000 Euro fehlen. Der Gemeinde fehlen jetzt schon jedes Jahr über 220.000 Euro, um die Kosten für die Kita decken zu können.

Auch Bornschier sprach sich für den Vertragsabschluss mit der Kirche aus. „Die Zusammenarbeit war bislang konstruktiv. Sollte sich das ändern, erlaubt uns der neue Vertrag, dass wir jederzeit kündigen können.“ Bornschier forderte vom Land eine stärkere finanzielle Unterstützung der Kommunen in diesem Bereich.

Ralf Painczyk (CDU) kritisierte, dass die evangelische Kirche in den Verhandlungen über den Vertrag der politischen Gemeinde kein Mitspracherecht zugestanden habe, obwohl sie den Großteil der Kosten trage. Aber auch die CDU wolle die gute Zusammenarbeit mit der Kirche nicht gefährden. „Wir sind froh, dass wir hier im Ort noch einen Kindergarten anbieten können“, sagte Painczyk.

„Das passt uns allen nicht, dass die Kirche beim Thema Mitsprache nicht mit sich reden lassen will. Aber die Zusammenarbeit war gut“, betonten auch Gerald Hosbach und Kurt Gawletta von der SPD-Fraktion.

Die Beschlüsse im Kuratorium seien immer einmütig gefasst worden, erklärte Bürgermeister Ralf Hilmes.

Das Kuratorium gibt Empfehlungen. Das letzte Wort hat der Träger - in diesem Fall die Kirchengemeinde.

Von René Dupont

Quelle: HNA

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