Kinderhort St. Georg soll schließen: UBR-Fraktion sieht keine Alternative

Rotenburg. Keine Alternative zur Schließung des Rotenburger Kinderhorts St. Georg sieht die UBR-Fraktion im Stadtparlament derzeit. Die Stadt hat den Hort jährlich mit 68.000 Euro bezuschusst. Ab Sommer soll kein Geld mehr fließen.

Denn dabei handelt es sich um eine freiwillige Leistung der Stadt – der Hort wird geschlossen (wir berichteten).

UBR-Fraktionsvorsitzender Hartmut Grünewald erklärte gegenüber der HNA, die Schließung des Horts sei für die UBR besonders schmerzlich, da sie ihn vor 14 Jahren in der Stadtverordnetenversammlung initiiert und durchgesetzt habe. Der Hort sei jedoch nie Pflichtaufgabe der Stadt gewesen, sondern immer schon eine freiwillige Leistung. Diese stand vornehmlich zur Streichung an, um unter den Rettungsschirm des Landes zu kommen.

Ende auch ohne Schirm

Ohne Rettungsschirm hätten noch viel mehr Leistungen gestrichen und Gebühren erhöht werden müssen, sagte Grünewald weiter. Andernfalls wäre der Haushalt nicht genehmigt worden, das heiße, der Hort müsste auch dann geschlossen werden.

Weder Stadt noch Kirche, sondern der Landkreis als Schulträger und Zuständiger für die Jugendhilfe sei in diesem Fall in der Pflicht, meint Grünewald. Doch beim Kreis sieht man das anders, betrachtet sich eher als Kunde, der für eine Leistung zahle. Im integrativen Hort kümmern sich die Erzieherinnen auch um Kinder mit einem erhöhten Betreuungsbedarf, der Kreis bezuschusst das.

Hartmut Grünewald erklärt weiter: „So traurig es ist: Die Stadt kann und darf in ihrer derzeitigen prekären finanziellen Lage keinesfalls 68.000 Euro für den Hort ausgeben. Das sind übrigens fast genau die jährlichen Folgekosten für das völlig unnötige Bürgerzentrum am Bahnhof.“ Die jetzigen Sparzwänge seien die Folge der verfehlten Finanzpolitik einer zehnjährigen absoluten SPD-Mehrheit in Rotenburg, in der ein riesiger Schuldenberg mit Folgekosten auch für sogenannte „Alleinstellungsmerkmale oder Leuchttürme“ aufgetürmt wurde.

Immer Kritik geübt

Dafür könne man nicht den neuen Bürgermeister, sondern müsse die verantwortlich machen, die das Desaster angerichtet hätten. Die UBR jedenfalls habe alle Jahre wieder heftige und deutliche Kritik an den Haushalten geübt.

Wenn der Kreis die Räume stelle, die Eltern angemessene Beiträge zahlten, sich ein Träger finde und sowohl der Landkreis als auch die Stadt einen gewissen Zuschuss zahlten, könnte es eventuell noch funktionieren, den Hort zu erhalten. Bürgermeister Grunwald sollte alle Beteiligten an einen Tisch holen, meint Hartmut Grünewald. (sis)

Quelle: HNA

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