Aufhebung der Sargpflicht hat im Kreis bislang keine Auswirkung

Keine Nachfrage nach islamischer Bestattung

Hersfeld-Rotenburg. Seit 1. März gilt die Sargpflicht in Hessen nicht mehr. Damit kann Muslimen die Möglichkeit gegeben werden, traditionell in Tüchern beigesetzt zu werden. Entscheiden dürfen jedoch letztlich die Kommunen. Im Kreis Hersfeld-Rotenburg gab es bisher noch keinen Handlungsbedarf.

„Wir sind noch nicht mit der Problematik konfrontiert worden“, sagte Friedhelm Eyert, Leiter des Ordnungsamtes Bebra auf Anfrage. In Bebra gibt es einen relativ großen Bevölkerungsanteil muslimischen Gaubens, nach einer Bestattung sei allerdings noch nicht gefragt worden.

Ähnlich sieht es in Rotenburg aus: „Das war noch kein Thema bei uns“, sagt Dieter Wagner vom Standesamt. Man wolle eine Stellungnahme des Hessischen Städte- und Gemeindebundes abwarten.

Darauf müssen die hessischen Kommunen allerdings noch ein paar Wochen warten: „Wir sind noch in den Anfängen der Beratung“, erklärte Johannes Heger, Jurist beim Städte- und Gemeindebund. Das Thema habe in den Kommunen nie eine große Rolle gespielt. Jetzt prüfe man genau, welche Problematik mit der Aufhebung der Sargpflicht verbunden ist. Dazu zählten auch arbeitsrechtliche und gesundheitliche Fragen. Sahin Cenik, Vorsitzender des Ausländerbeirates in Bad Hersfeld, findet die Aufhebung der Sargpflicht grundsätzlich gut. Zwar ließen sich noch 95 Prozent der Muslime in ihren Heimatländern beerdigen, doch gebe es immer mehr, die Bad Hersfeld als ihre Heimat ansehen und dort auch bestattet werden wollten.

Auf dem Friedhof Hohe Luft gibt es bereits ein islamisches Gräberfeld. Für rituelle Waschungen steht in der Kapelle ein Raum zur Verfügung, berichtet Johannes van Horrick, Fachdienstleiter bei der Stadtverwaltung. Der Raum werde häufig genutzt, die Verstorbenen würden in der Regel jedoch anschließend ausgeflogen. Hintergrund, Zum Tage SEITE 2

Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

Kommentare