Keine Flüchtlinge in den Rotenburger Kreisjugendhof

Rotenburg. Das Gebäude des Kreisjugendhofs in Rotenburg wird keine Notfallunterkunft für Flüchtlinge werden. Einen entsprechenden Antrag hat Vizelandrätin Elke Künholz jetzt zurückgezogen.

Die Sozialdezernentin des Kreises Hersfeld-Rotenburg reagiert damit auf die von mehreren Seiten an ihren Plänen geäußerte Kritik. Nach der CDU-Kreistagsfraktion hatte auch die SPD-Fraktion im Rotenburger Stadtparlament sich gegen den Antrag der Sozialdemokratin an den Kreisausschuss gewandt. Schließlich hatte es auch eine Unterschriftenaktion gegen das Vorhaben gegeben - wir berichteten. „Ich kann die Sorgen der Rotenburger Bürger absolut nachvollziehen“, äußerte Künholz Verständnis für die Kritik. Sie bedaure aber, dass die CDU ihren Plan, der im übrigen mit Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt (CDU) abgestimmt gewesen sei, falsch dargestellt habe.

Künholz: „Es ging niemals um eine dauerhafte Unterbringung im Kreisjugendhof. Es sollte vielmehr eine Alternative sein, falls es für Rotenburg eine Sonderzuweisung gegeben hätte.“ Der Jugendhof wäre dafür der ideale Ort gewesen - Feldbetten und mobile sanitäre Einrichtungen wie etwa in einer Schulturnhalle wären nicht notwendig gewesen. Eine neue Alternative gibt es nicht, betonte Elke Künholz.

Herbert Höttl, Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion, begrüßte die Entwicklung ausdrücklich. „Es ist gut, dass Frau Künholz unserem Ratschlag und unserer Kritik gefolgt ist“, stellte Höttl fest. Einen alternativen Ort für eine weitere Unterbringung von Flüchtlingen in der Stadt habe er nicht. „Die wollen wir auch nicht“, stellte er klar.

Es stehe die Aussage des Regierungspräsidiums Gießen, dass es in Rotenburg keine weiteren Flüchtlinge geben werde. So hatte es Ursula Ender, Erste Stadträtin der Fuldastadt, formuliert: „Rotenburg hat sein Soll erfüllt.“

Von Rainer Henkel

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