Komposter für Kitas: Keine Braunen Tonnen mehr in Heringen 

Heringen. Die Kindertagesstätten in Heringen werden mit Kompostieranlagen ausgestattet. Bürgermeister Hans Ries erteilt damit der Braunen Tonne eine Absage.

„Man stelle sich das einmal in den Kitas vor, wenn da zwei Wochen lang die Essensreste in diesen stinkenden Würmerzuchtanstalten mit braunem Deckel entsorgt werden müssten“, empört sich der Bürgermeister.

Alle 14 Tage müssten die Tonnen dann jeweils abgeholt und aufwendig am Bauhof gereinigt werden. „Das kostet richtig Geld, und wem will ich denn das zumuten? Die Politakteure, die sich das ausgedacht haben, kommen schließlich nicht her, um die eigene Idee in der Praxis einmal richtig auszukosten“, schimpft Ries weiter.

Im Winter friere zudem die Jauche fest, und im Sommer sei es im Bereich der Braunen Tonne vor Gestank und Ungeziefer nicht auszuhalten. Tatsächlich würden die Essensreste dann wohl in der Toilette entsorgt und so die Ratten mit fürchterlichen Folgen in unsere Entwässerungssysteme gelockt, prophezeit Ries.

„Ich habe daher angeordnet, dass in den Kitas die Essensreste so behandelt werden, wie ich das selbst seit vielen Jahren mache, nämlich im Thermokomposter. Nichts stinkt, nichts läuft, die Würmer verrichten dort ihre nützliche Arbeit, wo sie hingehören, wir sparen Geld, und es kommt nach einem Jahr auch noch etwas Gescheites dabei heraus. Nach einem langen Umwandlungsprozess habe ich am Ende wieder das, was es einmal war, beispielsweise eine schmackhafte Tomate in meinem Gewächshaus oder eine duftende Rose in der Rabatte“, freut sich das Stadtoberhaupt.

Einen pädagogischen Vorteil habe das alles aus Sicht der Kindergartenkinder auch noch: „Nämlich, dass man sich nicht von jedem untauglichen Quatsch auf EU-, Bundes- oder Landesebene beeindrucken lassen und widerstandslos ergeben darf“, freut sich Ries. (red/rey)

Quelle: HNA

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