Naturschutz und Windkraft: Grüne hatten BUND und Nabu zu Diskussion eingeladen

Kein unlösbarer Konflikt

Naturschutz und Windkraft war das Thema bei einer Diskussionsveranstaltung der Grünen. Foto: nh

Lispenhausen. Naturschutz und Windkraft sind kein unlösbarer Gegensatz, wenn alle Kenntnisse über einen Standort in die Genehmigungsverfahren einfließen und eine Entscheidung im Zweifelsfall auch gegen die Windkraft fällt. Das ist das Ergebnis einer angeregten Podiumsdiskussion des Grünen Kreisverbandes in Lispenhausen.

Eingeladen waren neben den Grünen Spitzenkandidaten Kaya Kinkel (Kreistag) und Gerd Hartung (Bad Hersfeld) Jörg Bennedik für den BUND und Dieter Gothe für den Nabu sowie Wolfgang Weber vom Regierungspräsidium, der für die Genehmigungsverfahren für Windkraftanlagen im Landkreis zuständig ist. Aufgrund einer Erkrankung übermittelte Dieter Gothe seine Positionen schriftlich.

Wolfgang Weber machte deutlich, dass sich 2001 in den Genehmigungsabläufen vieles geändert habe und heute durchschnittlich 17 Behörden an einem Verfahren mitwirkten. Dem Naturschutz komme eine besondere Bedeutung zu.

Neben den Differenzen in der Beurteilung einzelner Windkraftstandorte wurden viele gemeinsame Ziele erkannt: Wichtig sei die Mitarbeit der Naturschützer vor Ort, die viel genauere Kenntnis über die Arten und Bestände einer Region haben als ein externer Gutachter. Gemeinsam will man an der Einrichtung eines kreisweiten Landschaftspflegeverbandes arbeiten, der auch die schädlichen Auswirkungen konventioneller Landwirtschaft auf die Artenvielfalt verringern soll.

„Klimaschutz ist Natur- und Menschenschutz. Wenn wir dem Klimawandel nichts entgegensetzen, werden in kürzester Zeit sehr viele Arten von der Erde verschwinden. Daher brauchen wir Windkraft als Baustein, um klimaschädliche Kohlekraftwerke ersetzen zu können“, sagte Jörg Bennedik.

Gerd Hartung meinte mit Blick auf die Windkraft im Wald, wie es sie auch im Kreis gibt: „Der Flächenverlust, insbesondere durch die großen Kurvenradien auf den Transport- und Anfahrtswegen, schmerzt. Auf Rot- und Schwarzwild haben die Anlagen aber keine Vergrämungswirkung.“ (red/nm)

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