Kein Pächter für Freibad in Nentershausen: Bürger wollen Ideen sammeln

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BU: Ein attraktives Freibad in schöner Lage: Die Nentershäuser wollen jetzt gemeinsam überlegen, wie sie ihre Freizeitanlage noch attraktiver gestalten können.

Nentershausen. Die Gemeinde Nentershausen wird ihr Freibad nicht verpachten, sondern selbst weiter betreiben. Das ist das Ergebnis von Gesprächen, die die Gemeinde mit dem möglichen Betreiber AS Servicegroup aus Neustadt geführt hat.

Angedacht waren zwei Lösungen. Die große Lösung wäre gewesen, dass die Servicegroup das Bad komplett betreibt – einschließlich der Badeaufsicht. Das teilte Bürgermeister Ralf Hilmes (SPD) auf Anfrage mit. Als kleine Lösung war angedacht, dass die Neustädter nur die Betriebsstoffe wie das Chlorgas liefern.

Ziel für die Gemeinde sei in beiden Fällen gewesen, Kosten einzusparen, erklärte Hilmes. Der Dienstleister habe die Betriebs- und Personalkosten des Bades genau geprüft. Ergebnis war: Das Einsparpotenzial sei zu gering, berichtete der Bürgermeister.

Die Gemeinde habe selbst schon den Fehlbetrag in der Zeit von 2009 bis 2013 von 214 000 Euro pro Jahr auf 112 000 Euro verringert – vor allem durch das Einsparen von Personal. Deshalb sehe auch die Servicegroup nur noch sehr geringe Möglichkeiten, noch mehr zu sparen. „Dann macht es keinen Sinn, das Bad zu verpachten – nicht für den anderen Betreiber und auch nicht für die Gemeinde“, so das Fazit.

Erste Gespräche mit der Neustädter Servicegroup waren bereits im November geführt worden. Neustadt gehört zum östlichen Teil des Landkreises Marburg-Biedenkopf und liegt in der Nähe von Schwalmstadt. Jetzt will sich die Gemeinde Gedanken machen, wie der Erhalt des Freibads auch für die Zukunft gesichert werden kann. Es werden Gespräche darüber geführt, ob Betriebsstoffe interkommunal zusammen mit Sontra und Herleshausen eingekauft werden können.

Die CDU-Fraktion im Parlament hatte Anfang des Jahres vorgeschlagen, einen Arbeitskreis zu gründen, der sich über die Zukunft des Bades Gedanken macht.

Die Gemeinde Nentershausen ruft interessierte Bürgerinnen und Bürger jetzt dazu auf, am Montag, 28. April, um 19.30 Uhr im Nentershäuser Jugendheim an einem Informationsaustausch teilzunehmen. Ziel ist es, Ideen zu sammeln, wie das Bad noch attraktiver gestaltet und noch kostengünstiger betrieben werden kann. In der Diskussion ist unter anderem, Automaten aufzustellen, um das Geld für den Kassierer zu sparen.

Eine Schließung des Bades steht nicht zur Debatte. „Das Bad ist für die Einwohner und die Touristen ein wichtiges Angebot, ein elementarer Bestandteil unserer Gemeinde“, betonte Hilmes. „Und wenn die Finanzaufsicht irgendwann die Schließung fordern würde, würde ich mich mit Händen und Füßen dagegen wehren.“

Diese Saison im Nentershäuser Freibad soll Mitte bis Ende Mai starten – je nach Wetterlage.

Quelle: HNA

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