Kindergruppen wachsen

Mitgliederschwund bei Jugendwehren im Kreis

Rotenburg. „Die Jugendfeuerwehren verlieren Mitglieder!“ Für Kreisjugendfeuerwehrwart Bernd Spoelstra machen die von ihm vorgelegten Zahlen beim Kreisjugendfeuerwehrtag in Rotenburg deutlich: Die Situation ist nicht dramatisch, liegt aber im Trend der letzten Jahre.

14 Mitglieder weniger gegenüber den Vergleichszahlen des Vorjahres weist die Bilanz aus. Das ist kein großer Einschnitt, zumal die Mehrheit der Abgänger durch das Überschreiten der Altersgrenze in die Einsatzgruppen gewechselt sind. Damit bleiben sie den Feuerwehren erhalten. Das eigentliche Problem ist aber der fehlende Zulauf, mit dem aber nicht nur die Jugendfeuerwehren zu kämpfen haben.

Bernd Spoelstra

Um den Nachwuchs zu sichern, wurden bereits Kinder- und Bambinigruppen gegründet. Die haben sich gut entwickelt. Ihre Zahl ist seit dem Vorjahr sogar um drei auf jetzt 39 im Kreis Hersfeld-Rotenburg gestiegen, berichtete der Kreisjugendfeuerwehrwart. Den jüngsten Nachwuchs bilden 104 Mädchen und 228 Jungen.

Den 84 Jugendfeuerwehren gehören derzeit 262 weibliche und 671 männliche Mitglieder im Alter von zehn bis 18 Jahren an. „Wir müssen uns dringend um neue Mitglieder bemühen, um den Feuerwehren den Nachwuchs zu sichern“, appellierte Bernd Spoelstra an die Versammlungsteilnehmer. Das waren in der Mehrzahl die Jugendwarte und Betreuer der Nachwuchsfeuerwehren, die nach den Berichten des Kreisjugendfeuerwehrwarts und der Fachbereichsleiter den Vorstand ohne Nachfragen entlasteten.

Jürgen Weingarten

Unbeantwortet blieb die Frage, wie man neue Mitglieder gewinnt. Anregungen gab es weder vom Vorstand noch von den Versammlungsteilnehmern. „Der Brandschutz ist in Zukunft nur über Kinder und Jugendliche zu sichern“, sagte Kreisbrandinspektor Jürgen Weingarten. Eine Studie im Werra-Meißner-Kreis habe dies belegt. Quereinsteiger gebe es nur wenige. Deshalb sei die Nachwuchsarbeit so wichtig für den Fortbestand der Feuerwehren. Das werde aber nicht überall so gesehen. Beim Verbandstag in Rotenburg fehlten nach seinen Worten alle Jugendfeuerwehren einer Gemeinde. Weingarten forderte die Jugendwarte auf, die vom Land Hessen zu Verfügung gestellten Feuerwehrbücher in den Kindergärten zu verteilen und im Rahmen der Brandschutzerziehung zu nutzen.

Eine Wahl gab es in der Kreisverbandstagung in Rotenburg nicht. Für das Amt des Fachbereichsleiter Finanzen fand sich kein Bewerber. Kreisjugendfeuerwehrwart Bernd Spoelstra wird diese Funktion weiterhin zusätzlich mit ausüben.

Spoelstra forderte die Mitgliedsgruppen auf, Anträge beim Förderverein der Jugendfeuerwehren des Landkreises zustellen. Im Vorjahr sei die Zahl zu gering gewesen. Es stehe genug Geld zur Unterstützung von Vorhaben und Projekten zur Verfügung.

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Von Herbert Vöckel

Quelle: HNA

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