Bald zusammen? Stadtkasse Rotenburg und Gemeindekasse Alheim

Christian Grunwald

Rotenburg. Die Stadtkasse Rotenburg und die Gemeindekasse Alheim sollen künftig zusammengeführt werden. Mit einem einstimmigen Beschluss hat die Rotenburger Stadtverordnetenversammlung den Weg dafür geebnet.

Die Gemeindevertretung Alheim wird sich im September mit dem Plan für eine vertiefte Zusammenarbeit der Kommunen befassen.

Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald (CDU) sprach von einem historischen Beschluss. Die gemeinsame Kasse sei ein erster Schritt, regional orientiert zu denken und zu handeln. „Das Kirchturmdenken in den Kommunalverwaltungen muss ein Ende haben“, fordert Grunwald. Bis 2016 werde die Stadt Rotenburg 16 Prozent ihrer Einwohner verlieren. Das bedeute, dass schon jetzt verstärkt gemeinschaftlich gehandelt werden müsse.

Geplant ist, dass die Mitarbeiter der Alheimer Gemeindekasse künftig in Rotenburg gemeinsam mit ihren Kollegen von der Stadtkasse arbeiten. Das soll beiden Verwaltungen Geld sparen und zu einem konzentrierten Fachwissen führen.

Die Kasse soll künftig für die Buchhaltung, den Zahlungsverkehr, die Mahnungen und Vollstreckungen in beiden Kommunen zuständig sein. Die „Gekra“ genannte „Gemeinsame Kasse Rotenburg Alheim“ ist eine Vertiefung der seit Jahren funktionierenden „Zusammenarbeit Bebra–Rotenburg–Alheim“ (Zubra). Bebra ist in Sachen Kasse noch nicht mit im Boot, weil dort eine andere Computer-Software für die Buchhaltung im Einsatz ist, die sich nicht mit dem Programm vernetzen lässt, das Rotenburg und Alheim nutzen.

Im Rotenburger Stadtparlament findet das Vorhaben breite Unterstützung. „Wir müssen den Realitäten ins Auge schauen“, erklärte Manfred Knoch (SPD): „Der Stadt Rotenburg und damit uns allen steht das Wasser bis zum Hals. Wir müssen sehen, wo wir Kosten senken können.“ Mit der gemeinsamen Kasse sende die Stadt als Rettungsschirm-Kommune ein Signal nach Wiesbaden: „Wir sind gewillt, Einsparungen vorzunehmen.“

CDU-Fraktionschef Peter Müller betonte, für die drei zusammenarbeitenden Kommunen „müssen lokaler Egoismus und Kirchturmdenken ein Fremdwort sein.“ Mehr Zusammenarbeit sei nötig, weil weniger Enwohner, weniger Geld und die fortschreitende Technologisierung die Handlungsfähigkeit des Dienstleistungsunternehmens Kommune erschwerten.

Für die Unabhängigen Bürger Rotenburgs erklärte Hartmut Grünewald, man sei für die interkommunale Zusammenarbeit, „wenn sie was bringt und Kosten spart.“

Von Jörg Steinbach

Quelle: HNA

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