Bad Hersfeld, Fulda und Alsfeld wollen den Zusammenschluss

Kartellamt prüft geplante Fusion von drei Kliniken

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Das Klinikum Bad Hersfeld.

Bad Hersfeld. Der Kreis Hersfeld-Rotenburg treibt die Fusion des Klinikums Bad Hersfeld mit dem Kreiskrankenhaus Alsfeld und dem Klinikum Fulda voran. Deshalb soll jetzt eine kartellrechtliche Prüfung des beabsichtigten Zusammenschlusses eingeleitet werden.

Das erklärten Vize-Landrätin Elke Künholz und Klinikum-Geschäftsführer Martin Ködding gegenüber unserer Zeitung. Der Landkreis ist Träger des Klinikums. „Wir wollen die Fusion so bald wie möglich, um unsere kommunale Kliniklandschaft zu stabilisieren und Übernahmeversuche privater Krankenhauskonzerne abzuwehren“, erklärt Künholz.

Vor dem Hintergrund der sich stetig verschlechternden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für kommunale Krankenhäuser in Deutschland wird bereits seit mehreren Jahren über eine Fusion der drei Häuser verhandelt. „Ziel ist nicht die Konzentration an einem Standort, sondern eine möglichst gute und umfassende Versorgung der Patienten in der Fläche“, erklärt Ködding.

Durch die Klinik-Fusion sollen Synergien noch besser als bisher genutzt werden können. So könnten Spezialisten wechselweise an allen drei Kliniken arbeiten. Auch bei der Aus- und Weiterbildung könnte durch ein Rotationsmodell das Niveau deutlich erhöht werden. „Gemeinsam hätten unsere drei Kliniken fast 2000 Betten - das ist Universitätsniveau“, sagt Ködding.

Voraussetzung ist nun die Genehmigung des Kartellamtes. Diese ist erforderlich, weil die drei Krankenhausträger durch andere Beteiligungen, etwa an Energieversorgungsunternehmen oder Sparkassen, mit ihren Umsätzen die magische Schwelle des Kartellrechts von 500 Millionen Euro überschreiten.

Das Kartellamt prüft daher vor einem Zusammenschluss von Gesellschaften, ob dadurch eine marktbeherrschende Stellung entsteht.

Mit einem Ergebnis wird frühestens im September gerechnet.

Von Kai A. Struthoff

Quelle: HNA

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