Karneval in Gilferhausen: Hertha soll es machen

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Aber dich gibt’s nur einmal für mich: Der Projektchor Popchorn heizte mit seinen Liedern die Stimmung in der Narrenschau in Gilfershausen so richtig an.

Gilfershausen. Ein Dorf hält durch. Auch in diesem Jahr wird Karneval in der Jeckenhochburg Gilfershausen gefeiert. Wo andere längst aufgegeben haben, begann im „dollen Dorf“ die 33. Kampagne des örtlichen Fußball-Clubs (FCG).

Auftakt und Höhepunkt der tollen Tage war die große Prunksitzung am Samstagabend im Dorfgemeinschaftshaus. Dicht gedrängt erlebten die mehr als 100 Besucher eine dreistündige Narrenschau mit Humor und Frohsinn am laufenden Band. 60 Aktive unterhielten die Gäste mit Büttenreden, Tanz und Gesang. Angesagt wurden die Akteure und Gruppen nun schon im 33. Jahr von Faschingspräsident Horst Groß.

Der Sonntag gehörte dem Nachwuchs beim Kinderfasching mit Schminken, Zauberei und den besten Auftritten vom Vortag. Heute schwingt Prinz Karneval sein Zepter in der Rosenmontagsfete ab 17 Uhr im Sporthaus.

Aber dich gibt’s nur einmal für mich: Der Projektchor Popchorn heizte mit seinen Liedern die Stimmung in der Narrenschau in Gilfershausen so richtig an.

Der Höhepunkt der Prunksitzung war der Wahlkampfauftakt. „Wir brauchen einen neuen Bürgermeister“, forderte „Lisbeth“ (Catrin Claus). Der müsse für frischen Wind im Rathaus in Bebra sorgen, natürlich charmant sein und richtig gut aussehen. Beim alten sei schließlich der Lack ab. „Aber der Horst hat doch noch drei Jahre“, entgegnete „Hertha“ (Carin Germeroth) fassungslos. Doch Lisbeth blieb hartnäckig: „Ein Neuer muss her - und ich habe auch schon die richtige Kandidatin: Dich!“

Das Wahlkampfplakat mit Herthas Konterfei stellte sie mit dem Aufbauprogramm gleich vor. Nichts hatte die Lisbeth vergessen: Stilberater, Rhetoriktrainer, Schneider, Schuster und Frisör - alles für die Vorzeigefrau.

Andere Kandidaten haben ihrer Meinung nach keine Chance: Hanf an die Macht würde nur die Drogensüchtigen in der Stadt auflaufen lassen und für den Claus von der CDU sei der Platz vorm Rathaus für das Ausstellen seiner Rasenmäher viel zu klein.

Als Berufsdemonstrant ohne Einsatz beschäftigte sich Timo Lübeck mehr mit der Berliner Politik („Merkel ist doof“), Michael Nuhn hatte Probleme mit den kleinen blauen Pillen („Vor mir stand der Eiffelturm“) und die „Veilchen“ (Günter Heese und Ingo Hartmann) machten sich stark für ihr Lieblingsgetränk: „Hätte Adam deutsches Bier besessen, hätte er nie den Apfel gegessen.“

Fotos: Karneval in Gilfershausen

Karneval in Gilfershausen

Der kluge Mensch baut vor und fällt schon lange vor der Zeit den ersten Weihnachtsbaum - natürlich geklaut. Doch der Weihnachtsmann gab seinen Segen. Er schaute dem Handwerker beim Sägen zu.

Der Gilfershäuser Projektchor Popchorn und die Bernd-Jörges-Band heizten die Stimmung mit ihren Liedern. Glanzlichter des Abends entzündeten zudem die Tanzgruppen Girls Revolution, die Weiteröder Bleckgarde, die Flying Hands, die Vogelscheuchen der Damen-Gymnastikgruppe und die Jungbullen.

Von Herbert Vöckel

Quelle: HNA

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