Karl-Heinz Schran will sich gegen Ringbach-Renaturierung wehren

Das Ende der Idylle seines Gartens befürchtet Karl-Heinz Schran: Der Ringbach in Braach, der zu seinen Füßen plätschert, soll verlegt werden. Stattdessen soll eine Zufahrtsstraße zu zwei geplanten Bauplätzen an dieser Stelle entstehen. Foto: Schäfer-Marg

Braach. Die geplante Renaturierung des Ringbachs in Braach und dessen teilweise Verlegung stößt nicht bei allen Braachern auf Begeisterung. Wie berichtet, sollen im Zuge des Projektes auch vier innerörtliche Bauplätze entstehen.

Unmittelbar von dem geplanten Projekt betroffen sind Karl-Heinz Schran und seine Frau Irina. Sie haben sich am Ende der Sackgasse „Am Wasser“ ein kleines Paradies geschaffen: Zwei kleine Teiche, Gartenhäuschen, Pool und Sitzecken gehören zu dem riesigen Grundstück, an dessen Rand der Ringbach plätschert.

Schrans Garten grenzt genau an die Fläche, auf der Einfamilienhäuser errichtet werden sollen. Wo derzeit noch das Bächlein fließt, soll eine Zufahrtsstraße die Häuser erreichbar machen. Der Bach selbst wird über das gegenüberliegende Grundstück geführt.

Kostenbeteiligung 

Die Ruhe und freie Sicht ins Ringbachtal, die Schrans so schätzen, hätten dann ein Ende, befürchtet das Paar - und will sich gegen das Projekt stemmen.

Die beiden befürchten zudem, dass sie sich als Anlieger auch an den Kosten beteiligen müssen - obwohl sie erst vor zwei Jahren Wasser- und Abwasserleitungen und -anschlüsse erneuert haben. Und schließlich: Nachbarn sei vor einigen Jahren der Bau von Garagen in genau diesem Tal vonseiten der Stadt verwehrt worden - mit der Begründung, das Tal bilde einen Frischluftkorridor für das Dorf. „Das verstehe ich nicht“, sagt Schran. Garagen gehen nicht, aber Häuser schon?“

Bürgermeister Christian Grunwald kann, so sagt er, die damalige Entscheidung des Magistrats nicht bewerten, die vor seiner Amtszeit gefallen war. Fest stehe allerdings heute, dass ein solcher Korridor keine einschränkende Wirkung auf das Projekt habe.

Derzeit ist der Bebauungsplan im Offenlegungsverfahrten, wie es im Amtsdeutsch heißt. Das heißt Bürger können sich ihn ansehen und Anregungen und Bedenken dazu schriftlich vorbringen, erläutert Grunwald. Eine Widerspruchsmöglichkeit gebe es zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

„Die Bedenken werden ernst genommen, und es wird versucht, die Anregungen in die Planung einzubeziehen“. Das letzte Wort habe die Stadtverordnetenversammlung, ergänzt der Bürgermeister. Und: Bei den Kosten für die Erschließungsstraße „hänge“ Familie Schran nicht drin,

Karl-Heinz Schran jedenfalls will alles tun, um sein kleines Paradies zu erhalten. „Das würde wohl jeder machen“, sagt er.

Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

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