Stadt wurde durch Verbrechen weltbekannt

Kannibale von Rotenburg ist noch Hausbesitzer

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Für manche eine Sehenswürdigkeit: Immer wieder fahren Schaulustige zum Haus des Kannibalen in Wüstefeld.

Rotenburg. Heute vor zehn Jahren war Rotenburg weltweit in den Schlagzeilen: In einem Fachwerkhaus in der Ortschaft Wüstefeld hatte Armin Meiwes einen Menschen getötet, zerstückelt und gegessen. Durch den „Kannibalen von Rotenburg“ erlangte die Fuldastadt traurige Berühmtheit.

Das Fachwerkhaus am Ortseingang von Wüstefeld, in dem sich die schauderhafte Geschichte zugetragen hat, gehört noch immer dem Täter, der seit zehn Jahren im Gefängnis sitzt. Das bestätigte sein Anwalt, der Rotenburger Harald Ermel, auf Anfrage unserer Zeitung. Das Landgericht Frankfurt hatte Meiwes im Mai 2006 zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

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Vor drei Jahren hat es in dem leer stehenden Haus gebrannt. „Es ist derzeit unbewohnbar“, sagt Ermel. Sein Mandant habe derzeit aber nicht die Absicht, das Grundstück zu verkaufen. Wegen Schulden bei der Bank war das Haus schon einmal zur Versteigerung ausgeschrieben. Meiwes und seine Gläubiger hätten sich aber vor dem Termin geeinigt, sodass es nicht zur Versteigerung kam.

Das Gebäude ist mehr als ein Jahrzehnt nach der Tat, die unter anderem Gegenstand eines Kinofilms war, noch immer eine Sehenswürdigkeit. „Immer wenn ein neuer Jahrgang in die Landesfachhochschule in Rotenburg kommt, geht es hier rund“, berichtet ein Nachbar, der nicht namentlich genannt werden will.

Meiwes selbst sitzt im Gefängnis in Kassel-Wehlheiden in Haft und gilt als vorbildlicher Gefangener. In frühestens fünf Jahren wird darüber entschieden, ob der Rest seiner lebenslangen Strafe zur Bewährung ausgesetzt wird. „Ohne Therapie wird er nicht rauskommen“, sagt sein Anwalt Ermel. Er kritisiert, dass die Behandlung seines Mandanten nicht schon längst begonnen hat.

Von Marcus Janz

Der Kannibalen-Fall in Bildern

Chronik: Der Kannibale von Rotenburg - der Fall in Bildern

Quelle: HNA

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