HNA-Lesertreff zur Bürgermeisterwahl

Die Kandidaten Sauer und Wirth stellten sich den Fragen der Wildecker

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Auf dem Podium: Die Bürgermeisterkandidaten Alexander Wirth (von links) und Steffen Sauer nahmen beim HNA-Lesertreff mit HNA-Redakteur René Dupont auf der Bühne des Bürgerhauses Obersuhl Platz.

Obersuhl. Wildeck wählt am Sonntag, 6. Juli, einen neuen Bürgermeister. Die beiden Kandidaten Steffen Sauer und Alexander Wirth haben sich beim HNA-Lesertreff im voll besetzten Bürgerhaus Wildeck den Fragen der Bürger gestellt.

Es war kein Schlagabtausch unter Gegnern, sondern ein freundlicher Wettbewerb unter Mitstreitern, den sich Steffen Sauer und Alexander Wirth geliefert haben. Die Zuschauer sahen zwei aufgeräumte Kandidaten, die sachlich und fair miteinander umgingen. Als Erster Beigeordneter, der den erkrankten Bürgermeister Jürgen Grau lange vertreten hat, war der 39-jährige Sauer umfassender informiert. "Ich hatte eine lange Probezeit", sagte er.

War das für den Obersuhler ein Vorteil, hätte Wirth seinen Konkurrenten jedoch für Fehler mitverantwortlich machen können. Doch dieser Versuchung erlag der 44-jährige Richelsdorfer nicht. Er machte aber auch deutlich, dass er als Büroleiter der Gemeinde Friedewald ein Verwaltungsfachmann ist: "Ich kann Wildeck weiterbringen."

Vieles ist liegengeblieben

Beide Kandidaten ließen auch immer wieder durchblicken, dass die Wildecker am kommenden Sonntag, 6. Juli, über einen personellen und politischen Neuanfang für ihre Gemeinde abstimmen. Wie dringend nötig der ist, wurde ebenfalls deutlich. Mehr als einmal kam zur Sprache, dass in den vergangenen eineinhalb Jahren durch Graus Krankheit Manches liegengeblieben ist, das der neue Bürgermeister angehen muss.

Dazu gehören unbeantwortete Beschwerden, aber auch Bemühungen um interkommunale Zusammenarbeit. Die halten beide Kandidaten für wichtig, wobei Wirth immer wieder auf mögliches Geld von Land und Bund hinwies: "Wir müssen endlich die Förderung abschöpfen."

Angesichts von über 30 Millionen Euro Schulden und einem Defizit von jährlich 550 000 Euro waren die Gemeindefinanzen das beherrschende Thema. Das Loch im Haushalt zu schließen, sei das oberste Ziel, stellte Alexander Wirth klar. Erst dann könne man sehen, wie es mit den Einrichtungen der Gemeinde weitergehe.

Thema Kleinschwimmhalle

Das trifft natürlich auch auf die Kleinschwimmhalle zu, die wieder einmal Thema war. "Es ist keine Frage des Wollens, sondern des Könnens", sagte Sauer schließlich seien der Gemeinde durch die Kommunalaufsicht die Hände gebunden.

Etwas klarer fiel Wirths Bekenntnis zur Schwimmhalle aus. Dafür wollte er sich nicht festlegen, ob unter ihm die Grundsteuer weiter erhöht wird. Dafür appellierte Sauer mehrfach an das Wir-Gefühl der Wildecker, um die Probleme gemeinsam anzugehen.

Bei einem Punkt waren sie sich einig: Offenheit, Ehrlichkeit und Transparenz zählen zu ihren Stärken. Und sie sind sich sicher, dass Wildeck genau das nun benötigt.

Von Marcus Janz

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Quelle: HNA

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