Das Junge Theater Eschwege führte in Cornberg Don Quijote und seine Abenteuer auf

Kampf gegen die Mühle

Weißer Riese: Die Windmühle hält Don Quijote trotz Sancho Pansas Einwänden für einen Riesen. Mit den sich drehenden Flügeln liefert er sich seinen berühmtesten Kampf. Fotos: Vöckel

CORNBERG. Großes Theater in Cornberg. Don Quijote hatte seinen Auftritt vor 120 begeisterten Zuschauern. Der Ritter von der traurigen Gestalt sorgte mit seinem Knappen Sancho Pansa für einen herrlichen Sommerabend. Mit ihnen belebte eine bunte Schar von Darstellern die Freifläche im Cornberger Steinbruch: wilde Gestalten, vornehme Damen und Herren, einfache Bauern und Galeerensträflinge, Maultiertreiber, Dirnen und ein Puppenspieler, ferner die ehrenhafte Dulcinea del Toboso, kleine, freche Kinder, Pferde, eine Ziege und ein Esel.

Narretei oder Wahnsinn?

Ist es Narretei oder Wahnsinn? Diese Frage schwang im Spiel der Laiengruppe Junges Theater Eschwege mit. Unter der Regie von Margot Flügel-Anhalt spielten Sebastian Perels den sinnreichen Junker Don Quijote und Heiko Alsleben den Sancho Pansa.

Die Vorlage für das zweistündige Theaterstück lieferte der Roman von Miguel de Cervantes. In 16 Szenen und mehreren Zwischenspielen wird die Geschichte eines verarmten Junkers erzählt, der durch die Lektüre unzähliger Ritterromane den Verstand verliert und beschließt, selbst als fahrender Ritter auszuziehen. Sein Vorhaben: Todesmutig will sich Don Quijote in Abenteuer und Gefahren stürzen, das Unrecht bekämpfen und ewigen Ruhm an seinen Namen heften. Er holt seinen alten Klepper aus dem Stall, gibt ihm den klangvollen Namen Rosinante, stellt sich notdürftig eine Rüstung zusammen und bricht auf.

Der erste Versuch scheitert kläglich: Der vermeintliche Ritter wird von Maultiertreibern zusammengeschlagen, halbtot von einem Nachbarn aufgefunden und nach Hause gebracht. Aber Don Quijote lässt sich nicht entmutigen. Er gewinnt einen Bauern des Dorfes, Sancho Pansa, als Knappen und bricht mit ihm gemeinsam zu Abenteuern auf. Auf diesem Weg kommen sie auch zur Windmühle. Die hält Don Quijote trotz Sanchos Einwände für einen Riesen. Mit ihr und den drehenden Flügeln liefert er sich seinen berühmtesten Kampf. Am Ende kehrt der fahrende Ritter erschöpft und krank von den vielen Prügeln, die er oft bezogen hat, in sein Dorf zurück.

Erst auf dem Sterbebett erwacht Don Quijote aus seinem literarischen Wahn und stirbt. Sein Knappe Sancho kann es nicht glauben: „Wie kann man sterben, ohne ermordet zu werden!“ (zvk)

Quelle: HNA

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