Beim Auftritt in Ellis Saal spielte sich Kalle Pohl mit Wortwitz in die Herzen der Zuschauer

Viel Spaß und Autogramme

Begehrte Unterschrift: Auch Anita Swierkowski, rechts im Bild, ließ sich vom sympathischen Schelm Kalle Pohl ein Autogramm geben. Foto: Meyer

Weiterode. Das Publikum in Ellis Saal applaudierte und hatte ihn ins Herz geschlossen, den lieben Schelm mit grauen Locken, dessen Witze sehr oft auf eigene Kosten gehen, so wie das Lied über die geringe Körpergröße: „Du kommst nicht überall dran, aber überall rein“, soll Kalle Pohls Oma tröstend gedichtet haben, und: „Dich kann keiner klein machen, du bist es schon.“

Der Kabarettist, der in den 90er-Jahren als einer der sieben Köpfe in der Fernsehsendung „Sieben Tage, sieben Köpfe“ bekannt wurde und dort oft Opfer der Verbalattacken von Mike Krüger war, trat in Weiterode in rotem Hemd und mit nur zwei Requisiten auf: Da ist ein Schweinchen aus Stoff, das später zur Handpuppe wird und sich als glänzender Willy-Brandt-Imitator entpuppt, sowie ein Akkordeon, das immer wieder in Pohls Arme wandert und sehnsüchtige Musik macht.

Wortwitz, Kalauer, Beschwerden über Club-Urlaub-Animateur Heiko und Überlegungen zur absurden (Fernseh-)Welt haben Platz im Programm: zu Fernsehkoch Johann Lafer, der sinnloserweise Pommesbrücken auf die Teller drapiert, zu Werbegestalten, die sich im Wald zum Margarine-Löffeln treffen. Im zweiten Teil kommt Pohl in Fahrt, sinniert, das Akkordeon immer im Anschlag, über die große Zukunft der Alten in einer demografisch verwandelten Gesellschaft und zeigt zum Finale eine grandiose Ein-Mann-Darbietung der Oper Aida –übersetzt in die deutsche Sprache von Kalle Pohl.

Die erste große Liebe

Selbstironisch greift der klein gewachsene Kabarettist immer wieder das Thema Körpergröße auf: Groß geworden ist Pohl in Merzenich, ach nein: „aufgewachsen“. Viel erlebte Kalle dort mit seiner ersten großen Liebe, Monika. „Ich wünschte nur, sie hätte das auch mit mir erlebt.“ Dass Frauen wie in der Steinzeit große und kräftige Männer gut finden, findet Pohl nicht gut. „Was hat eine Frau davon, dass ich ein guter Mammutjäger hätte sein können?“

Mehrmals ruft ihn das Publikum für Zugaben zurück auf die Bühne, und Pohl nutzt die Gelegenheit, Rache an Mike Krüger zu nehmen, der angeblich eine schwere Kindheit hatte. „Mike Krüger war eine Hausgeburt. Seine Mutter musste erst ins Krankenhaus, als sie ihn gesehen hat.“ Aber selbst das klingt aus Kalle Pohls Mund noch liebevoll.

Von Achim Meyer

Quelle: HNA

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