Allerdings Kritik aus Kreisen der Rotenburger Anwaltschaft

Justiz ist mit Fusion der Gerichte zufrieden

Hersfeld-Rotenburg. Der Zusammenschluss der Amtsgerichte Rotenburg und Bad Hersfeld zu einer einzigen Behörde in der Kreisstadt ist aus Sicht der Justiz „sehr gut gelungen“. Das erklärten Amtsgerichtsdirektorin Michaela Kilian-Bock und ihr Stellvertreter Dr. Rolf Schwarz jetzt bei einem Pressegespräch anlässlich des „Tages der Justiz“, der am Freitag, 28. September, stattfindet.

Die zum Ende vergangenen Jahres erfolgte Schließung des Rotenburger Amtsgerichts und der damit einhergehende Umzug von Personal, Akten und Registern nach Bad Hersfeld werden allerdings von der Anwaltschaft im nördlichen Kreisteil immer noch kritisch betrachtet. Rechtsanwalt Harald Ermel etwa beklagt „eine verfassungsrechtlich bedenkliche Schwächung der dritten Gewalt, da der Zugang zum Gericht durch weite Anfahrten erschwert oder gar blockiert wird.“

Sein Rotenburger Kollege Christian Kusche, dessen Kanzlei in unmittelbarer Nachbarschaft zum Gericht lag, weist auf erhöhten Zeitaufwand und höhere Fahrtkosten durch den weiteren Weg nach Bad Hersfeld hin.

Die Zusammenarbeit mit den Richtern und Rechtspflegern sei allerdings gut, stellt Kusche fest. Das liegt wohl auch am Betriebsklima im fusionierten Gericht, das der Personalrat Klaus Glaser als „grundsätzlich positiv“ einschätzt. Frühere Bedenken von Rotenburger Seite hätten sich als unbegründet erwiesen.

Tatsächlich blieben sämtliche Arbeitsplätze erhalten. 23 Mitarbeiter, darunter drei Richter, wechselten nach Bad Hersfeld, ein Mitarbeiter ging aus persönlichen Gründen nach Melsungen.

Alle Rotenburger Kollegen, so betont Dr. Schwarz, würden in ihren bisherigen Tätigkeitsbereichen oder ihren Wünschen entsprechend eingesetzt. Das neue Gericht ist jetzt 101 Köpfe stark. zum tage, Hintergrund, seite 2

Von Karl Schönholtz

Quelle: HNA

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