Junge Straftäter setzen künftig den Führerschein aufs Spiel

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Sie zeigen Gelb: Landrat Dr. Schmidt, Staatssekretär Werner Koch, Polizeichef Klaus Wittich und der Präsident des Polizeipräsidiums Osthessen Alfons Hoff (von links).

Hersfeld-Rotenburg. Der Kreis zeigt jugendlichen Straftätern und Rowdies künftig die gelbe Karte. Dabei handelt es sich um ein Präventionsprojekt, das jungen Menschen im Alter zwischen 14 bis 30 Jahren mit dem Entzug des Führerscheins droht, wenn sie erneut durch Alkohol- und Drogenmissbrauch oder auch Gewaltdelikte auffallen.

Gestern wurde das Projekt von Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt, dem Staatssekretär im Innenministerium, Werner Koch, und Polizeipräsident Alfons Hoff vorgestellt. "Der Führerschein ist für viele junge Leute ein Statussymbol", sagte Koch, "die Angst, ihn zu verlieren, wirkt oft abschreckender als eine Geldstrafe oder soziale Arbeit". Derartige Präventionsprojekte seien vor dem Hintergrund einer bundesweit steigenden Jugendkriminalität wichtig.

Gelbe Karten werden bereits seit 2010 unter anderem in Wiesbaden, Fulda, Gießen und mehreren hessischen Landkreisen verteilt. Dort habe sich gezeigt, das diese Form der Abschreckung wirke. So habe man in Fulda in den vergangenen zweieinhalb Jahren 161 derartige "Verwarnungen" ausgesprochen und nur zwei Personen seien danach rückfällig geworden, erläuterte Polizeipräsident Hoff. Er setzt darauf, dass Jugendliche über diese neue Form der Abschreckung diskutieren und ihr Verhalten ändern, um nicht tatsächlich den Führerschein zu verlieren.

Landrat Schmidt hält die gelbe Karte "für eine gute Sache, weil sie vorbeugt und wachrüttelt". Gerade im ländlichen Raum, "tut es richtig weh, keinen Führerschein zu haben". Die gelbe Karte soll in Zusammenarbeit mit der Polizei von der Führerscheinbehörde ausgestellt und in Form eines gelben Briefs an die Betroffenen geschickt werden.

Darin wird ihr Fehlverhalten deutlich erklärt und vor den Folgen nämlich dem tatsächlichen Entzug des Führerscheins als nächsten Schritt, gewarnt.

Von Kai A. Struthoff

Quelle: HNA

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