84 junge Frauen und Männer haben das Abi in der Tasche

Überm Durchschnitt: Für besondere Leistungen in unterschiedlichen Bereichen wurden Schülerinnen und Schüler ausgezeichnet (Artikel links). Fotos: Apel

Rotenburg. In einem fast dreistündigen, aber kurzweiligen Festakt wurden die Abiturienten der Rotenburger Jakob-Grimm-Schule am Donnerstagabend verabschiedet.

Scheiche gehen, Kamele bleiben. Das Motto ist ungewöhnlich, das alljährlich stattfindende Ereignis erfreulich. 84 „Möchtegern-Scheichs“ der Jakob-Grimm-Schule (JGS) sind mit Lehrern, Eltern, Verwandten und Freunden im Dr.-Durstewitz-Saal des Herz- und Kreislaufzentrums zusammengekommen, um ihre Abiturzeugnisse in Empfang zu nehmen.

So verwundert es nur ein kleines bisschen, dass sich Alexander Knoll und Lara Markovic, die souverän durch ein fast dreistündiges Programm führenden Moderatoren der Entlassungsfeier, orientalisch angehaucht geben und berichten, wie es in der Wüste Schule war, wie Durststrecken überwunden wurden und wie letztendlich die Oase Abitur erreicht wurde.

Hausherr Ulrich Hornstein spricht sehr humorvoll von der „prägendsten Zeit des Lebens“, von der Reife, vom bestens trainierten Geist, und er ermuntert die Abgänger: „Bleiben Sie neugierig und gehen Sie auch mal Umwege!“

Schulleiterin Sabine Rimbach weist auf die lange Kette von Abgängern hin, die seit 1930 das Gütesiegel der JGS erhalten haben. Sie lobt den 2015-er als vielseitig interessierten und engagierten Jahrgang, der sich auch bei der Parkplatzfete und beim Abiturstreich seiner Verantwortung bewusst gewesen sei. Angesichts der am Horizont aufleuchtenden neuen Ufer wünscht sie „ihren“ Schülern „alles Glück der Welt“ und dass sie die JGS als den Ort, an dem sie sich wohlgefühlt haben, in Erinnerung behalten mögen.

Gernold Jansky

Bürgermeister Christian Grunwald kokettiert, wie man es vom ihm gewohnt ist, mit alten, selbst erlebten Zeiten, schlechten und guten Noten: „Gegen unser Abitur wäre das bayerische ein Spaziergang gewesen!“. Er spricht davon, dass alle benötigt werden, auch der Klassenclown, der sich oft als kreativer Kopf erweise, und er fordert dazu auf, Vielfalt zu leben und Gemeinschaft zu gestalten. Sein Rat: „Habt immer ein Ziel vor Augen und Geduld, und behaltet die Heimat im Herzen!“

Für den Schulelternbeirat gratulieren Martina Böcker und Ilka Heinzerling, die, da sie mit ihren jüngsten Kindern ebenfalls am Ziel angekommen sind, mit den Abiturienten „abgehen“.

Nach der Glückwunschadresse des Ehemaligenvereins „rechtfertigen“ Markus Böcker und Charline Laura Bohm in ihrer kurzfristig entstandenen, geschliffenen Abiturrede das Tun und Lassen der „Scheiche“. Für die Lehrerschaft verblüfft Gernold Jansky mit chinesischen Strategemen (Kriegslisten), etwa der, dass man den Tiger vom Berg in die Ebene locken sollte, und dass die Zikade ihre goldglänzende Hülle abwirft, um zu fliegen. Alle drei werden für ihre Eloquenz mit frenetischem Beifall belohnt.

84 Schüler haben das Abi in der Tasche

Belohnt werden auch einige der fleißigsten und sozial engagiertesten Schüler, ehe Schulleiterin Sabine Rimbach, unterstützt von den Lehrern der Leistungskurse, die Ehre des Zeugnisausteilens zuteil wird. Für die qua Urkunde nun endgültig vergrößerte Riege der „Scheiche“ bedanken sich die Moderatoren bei allen erdenklichen Unterstützern ein letztes Mal - nicht zuletzt bei ihrem Mitschüler Alexander Weyh, der für die musikalische Umrahmung des entspannt ausklingenden Abends gesorgt hat.

Von Wilfried Apel

Quelle: HNA

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