Jugendstrafe auf Bewährung für 18-jährigen Schläger aus Rotenburg

Rotenburg/Bad Hersfeld. Es sah nicht gut aus für den Angeklagten, der sich vor dem Bad Hersfelder Jugendschöffengericht wegen einer Körperverletzung und zweier Diebstähle verantworten musste. Der gerade mal 18 Jahre alte Rotenburger brachte bereits eine einschlägige Vorstrafe mit.

Eine Perspektive hatte der Schulabbrecher, der seit fast zwei Jahren planlos zuhause herumlungert, auch nicht vorzuweisen. Anzubieten hatte der junge Mann lediglich ein Teilgeständnis und einen Termin im Arbeitsamt, den ihm die Mutter arrangiert hatte.

Immerhin, dass er am 30. Oktober vergangenen Jahres „eine Schelle und zwei Faustschläge“ ausgeteilt hatte, das gab der Rotenburger unumwunden zu. Anlass für die Gewalttat war die Bitte eines Freundes, der mit dem Opfer „Stress“ hatte. Auch die Entschuldigung auf der offenen Bühne des Gerichtssaal war kein Problem.

Mit den beiden angeklagten Diebstählen wollte der 18-Jährige allerdings nichts zu tun haben. Den Griff in die Handtasche einer Bekannten, aus der das Portemonnaie mit 70 Euro Bargeld und diversen Karten entwendet wurde, habe man ihm untergeschoben, beteuerte der Heranwachsende. Tatsächlich blieb das Geschehen, das sich am 21. Juni vergangenen Jahres unter Mithilfe von viel Alkohol in einer Rotenburger Kneipe abspielte, auch nach der Vernehmung mehrerer Zeugen verworren.

Noch dubioser schließlich der dritte Fall, bei dem der Angeklagte aus der geliehenen Jacke eines Freundes 200 Euro stibitzt haben sollte. Der angeblich Beklaute verwickelte sich in Widersprüche, zumal der vorgelegte Bankauszug, der den Gang zum Geldautomaten belegen sollte, vom Vortag, aber nicht vom Tatabend stammte. Beide Vorwürfe wurden schließlich auf Antrag von Staatsanwältin Christina Dern eingestellt.

Hartes Urteil

Das Urteil fiel dennoch hart aus: Sechs Monate Jugendstrafe auf Bewährung nebst 150 Arbeitsstunden verhängte das Gericht unter Vorsitz von Amtsgerichtsdirektorin Michaela Kilian-Bock für die Körperverletzung. Das war die nächste Stufe nach dem Dauerarrest, den der Rotenburger aber schon absolviert hatte.

Von Karl Schönholtz

Quelle: HNA

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