Vorstand existiert nur kommissarisch: Jugendring steht auf der Kippe

+
Suchen Rückhalt: Der Vorstand des Stadtjugendrings hofft auf mehr Unterstützung. Anderenfalls wird sich der Verein auflösen. Von links die Vorstandsmitglieder: Markus Paul, Florian Schmidt, Sandra Kriese, Biggi Stein und Matthias Kacmaz.

 Rotenburg. Die Zukunft des Stadtjugendrings in Rotenburg ist ungewiss: Zur letzten Vollversammlung kamen nicht einmal genug Mitglieder, um einen neuen Vorstand zu wählen. Nun arbeitet der Vorstand nur noch kommissarisch.

Wir überlegen, ob es überhaupt noch Sinn macht, den Jugendring aufrechtzuerhalten“, sagt Vorstand Matthias Kacmaz. Schon seit einigen Jahren haben die Jugendbetreuer mit dem geringen Interesse ihrer Mitgliedsvereine zu kämpfen. Zu denen zählen alle Vereine mit einer Jugendabteilung.

„Unsere Arbeit steht und fällt mit den Leuten, die in den Vereinen sind“, sagt Markus Paul. Und von denen würden nur wenige überhaupt Interesse an dem Jugendring zeigen. Auch das „Klinken putzen“ bei den Rotenburger Vereinen habe daran nichts geändert. Dabei versteht sich der Stadtjugendring vor allem als Plattform für alle Vereine und Verbände.

Kein vergleichbares Netzwerk

Er organisiert vereinsübergreifende Veranstaltungen, verleiht Ausrüstung und bietet Ausbildungen zum Jugendleiter an. „Hören wir auf, gibt es hier kein vergleichbares Netzwerk mehr“, sagt Paul.

Außerdem hat der Jugendring ein Anhörungsrecht im Sozialausschuss. Dort setzt er sich besonders bei Entscheidungen ein, die Kinder und Jugendliche betreffen. „Wir sind auf neue Leute angewiesen“, sagt Biggi Stein. Auch über ein anderes Konzept für den Jugendring hat der Vorstand schon nachgedacht. Möglich wäre es, noch stärker als Dienstleister für die Vereine tätig zu werden.

Wie es mit dem Jugendring weiter gehen soll, wissen die ehrenamtlichen und hauptamtlichen Jugendarbeiter nicht. Ob es überhaupt weitergehen soll, entscheidet sich bei der nächsten Vollversammlung im Juni. Sitzen die Vorstandsmitglieder dann wieder alleine im Sitzungssaal des Rathauses, bedeutet dies das Aus für den Jugendring. „Es bringt ja nichts wenn es uns gibt, wir aber keine Unterstützung bekommen“, sagt Kacmaz.

Die nächste Vollversammlung des Stadtjugendrings Rotenburg ist am Montag, 10. Juni. Eingeladen sind dazu Jugendgruppen, Vereine, Verbände und Schulen. Beginn ist um 19.30 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses. Auf der Tagesordnung steht die Vorstandswahl.

Von Verena Koch

Quelle: HNA

Kommentare