Aus für die Jugendarbeit in Nentershausen

Nentershausen. Einen Ortsjugendpfleger, den die politische Gemeinde und die Kirchengemeinde gemeinsam bezahlen, wird es in Nentershausen nicht mehr geben.

Das Nentershäuser Parlament hat während seiner jüngsten Sitzung einstimmig entschieden, die Vereinbarung zur Förderung der Jugendarbeit zwischen der Kirchengemeinde und der Gemeinde Nentershausen zum Ende des Jahres zu kündigen. Das Jugendkuratorium soll unverändert bestehen bleiben.

Die hauptamtliche Stelle ist bereits seit 1. Juni 2012 nicht mehr besetzt. Im Zusammenhang mit dem Sparkpaket, das zur Teilnahme am kommunalen Schutzschirm des Landes geschnürt wurde, hatte die Gemeindevertretung bereits entschieden, im Haushalt 2013 kein Geld für eine Stelle bereitzustellen. Die Gemeinde spart damit 24 500 Euro pro Jahr ein.

„Der kommunale Schutzschirm zwingt uns, eine so hohe finanzielle Förderung einzustellen“, erläuterte Kurt Gawletta, der Fraktionsvorsitzende der SPD, die Entscheidung. Die SPD-Fraktion schlägt jetzt ein neues Konzept für die Jugendarbeit vor. „Wir haben überlegt, wie wir die Jugend unterstützen können ohne so hohe Kosten“, sagte Gawletta. Seine Fraktion schlägt vor, dass die Jugendlichen einen Jugendverein gründen. Der Vorstand des Vereins könnte sich regelmäßig treffen und Projekte planen und in Angriff nehmen. „Unsere Jugend ist so tatkräftig, dass sie es schaffen würde, so etwas auf die Beine zu stellen.“

Dabei sei die SPD auch für Ideen der CDU-Fraktion oder anderer Bürger offen. „Wir können uns vorstellen, dass die Gemeinde kleine Einzelprojekte finanziell fördert“, sagte Gawletta.

„Es ist sehr bedauerlich, dass wir das Angebot der Ortsjugendpflege nicht aufrecht erhalten können“, betonte auch Ralf Painczyk, einer der beiden Fraktionschefs der CDU. Aber die Gemeinde müsse an allen Ecken und Enden sparen. „Wenn es der Gemeinde irgendwann finanziell wieder möglich ist, sollten wir die Stelle erneut gemeinsam mit der Kirche schaffen“, sagte Painczyk.

Die Streichung der Stelle sei eine sehr unpopuläre Maßnahme, betonte Frank Hauck (SPD). Die Gemeinde komme aber nicht darum herum. „Wir wollen die Jugend weiter fördern, auch wenn es in Zukunft mit einem erheblich geringeren Betrag geschehen wird“, sagte Hauck.

Von René Dupont

Quelle: HNA

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