Bisheriger FDP-Politiker

Jochen Paulus läuft zu neuer Partei AfD über

Jochen Paulus

Frankfurt / Alheim. Der Landtagsabgeordnete Jochen Paulus aus Alheim hat die Partei gewechselt. Der bisherige FDP-Politiker sorgte für eine Überraschung beim Parteitag der euroskeptischen Alternative für Deutschland (AfD) in Frankfurt, als er seinen Übertritt erklärte.

Seine Mandate im hessischen Landtag und im Kreistag Hersfeld-Rotenburg will er als Fraktionsloser behalten.

Paulus kündigte gegenüber unserer Zeitung an, im Herbst erneut für den Landtag zu kandidieren, „wenn mich die Partei in zwei Wochen in Kassel nominiert“. Der Alheimer hatte im Januar erklärt, bei der Wahl am 22. September nicht erneut antreten zu wollen. Damals nannte er familiäre Gründe für seinen Rückzug.

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„Ich habe danach viele Rückmeldungen von Menschen bekommen, die mich umstimmen wollten“, sagte Paulus. Während einer achtwöchigen Krankheit wegen eines Bandscheibenvorfalls habe er sich intensiv mit dem Programm der neuen Partei AfD auseinandergesetzt. Auf dem gestrigen Parteitag nannte er den „wahnsinnigen Euro-Unterstützungskurs“ der FDP als Grund für seinen Übertritt.

Die hessische FDP-Führung reagierte empört: „Ich erwarte von ihm, sofort sein Landtagsmandat zurückzugeben“, sagte Fraktionschef Wolfgang Greilich. Dem hält Paulus entgegen, er habe das Mandat vom Wähler erhalten und werde es behalten, zumal sich die Mehrheitsverhältnisse im Landtag nicht ändern.

Parteichef Jörg-Uwe Hahn kritisierte, dass sich Paulus mit ärztlichem Attest seiner Mandatspflicht entzogen habe. „Das ist eine Unverschämtheit“, erwiderte Paulus, „es ging gesundheitlich einfach nicht.“ Erst Anfang der Woche sei er genesen.

Paulus ist nicht der erste Politiker aus dem Landkreis, der sich der Alternative für Deutschland anschließt. Anfang April war der frühere CDU-Landtagsabgeordnete Heiner Hofsommer aus Friedlos der Partei beigetreten.

Zur Person

Jochen Paulus (43) stammt aus Alheim und lebt mit seiner Frau und zwei Töchtern in Erdpenhausen. Schon während der Schulzeit Mitte der 80er-Jahre gehörte er dem SPD-Parteinachwuchs an. Die Jusos verließ er zu Beginn seines Jura-Studiums aber wieder und trat nach längerer Pause 1997 der FDP bei.

Für die Liberalen sitzt er seit Februar 2009 im Landtag. Er rückte für die heutige Kultusministerin Nicola Beer nach, die Staatssekretärin im Justizministerium wurde. Vor seinem Übertritt zur Partei Alternative für Deutschland war Paulus außerdem Vorsitzender der FDP-Kreistagsfraktion und des Ortsverbands Alheim. Der Rechtsanwalt hat eine Kanzlei in Bebra und Eisenach und gründete im Januar eine Regionalgruppe des Bundes der Wohnungs- und Grundeigentümer.

Von Marcus Janz

Quelle: HNA

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