Leistungen für Langzeitarbeitslose vorübergehend eingefroren

Jobcenter des Landkreises hält sein Budget nicht ein

Hersfeld-Rotenburg. Die Eingliederung von Langzeitarbeitslosen kostet den Kreis Hersfeld-Rotenburg mehr Geld, als er vom Bund dafür erhält. Das Kommunale Jobcenter, das die Hartz-IV-Empfänger im Landkreis betreut, wird sein Budget für diese Aufgabe 2013 nicht einhalten.

Der Leiter des Fachbereichs Arbeit beim Landkreis, René Bieber, bestätigt entsprechende Informationen unserer Zeitung auf Anfrage.

Nach letzten Berechnungen werde der Etat für die Eingliederung von Arbeitslosen in den Arbeitsmarkt allerdings nur um wenige Tausend Euro überschritten. Betroffen sei aber nur das vom Bund zur Verfügung gestellte Budget. Der gesamte Bereich Arbeit im Haushalt bleibe ohne Defizit.

Anfang Oktober war das Jobcenter intern noch von einem Fehlbetrag von etwa 300 000 Euro ausgegangen, bestätigt Bieber. Daraufhin hatte die Fachbereichsleitung die Mitarbeiter Anfang November angewiesen, Leistungen wie Reha-Angebote, die im Ermessen des Jobcenters liegen, nur noch sehr restriktiv zu gewähren. Eingliederungszuschüsse für Firmen, die schwer vermittelbare Arbeitslose anstellen, wurden komplett gestrichen, ebenso so genannte Einzelmaßnahmen, um Langzeitarbeitslose besser zu qualifizieren.

Diese Unterstützung sei zum Ende des Jahres, wenn Unternehmen im Kreis verstärkt nach Mitarbeitern suchen, ohnehin nicht nötig, sagt Bieber: „Ob mit oder ohne Förderung, braucht der Arbeitsmarkt dann Leute.“ Dafür würden die Eingliederungszuschüsse und andere Leistungen verstärkt im ersten Halbjahr benötigt, wenn die Vermittlung schwieriger ist. „So passen wir uns dem Geschehen am Arbeitsmarkt an“, erklärt Bieber. Entsprechend würden die Einschränkungen ab Januar wieder aufgehoben.

Hintergrund der Budgetprobleme sei, dass der Bund seit 2010 den Jobcentern kontinuierlich die Mittel kürzt, wobei auch die Zahl der Arbeitslosen deutlich gesunken ist.

Quelle: HNA

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