Mit seinem österreichischen Amtskollegen

Joachim Gauck begeistert von Bad Hersfelder Festspielen

+
Zwei Präsidenten und zwei Königinnen: Bundespräsident Joachim Gauck und sein österreichischer Amtskollege Heinz Fischer ließen es sich nicht nehmen, nach der umjubelten Maria-Stuart-Aufführung ein Gruppenfoto mit dem ganzen Ensemble auf der Bühne zu machen.

Bad Hersfeld. Der eigentliche Höhepunkt kam diesmal nach dem Schlussapplaus: Nicht das Treffen von Elisabeth mit Maria Stuart, sondern das Treffen der beiden Bundespräsidenten mit den zwei Königinnen stand am Sonntagabend auf dem Spielplan in der Stiftsruine.

Joachim Gauck und sein österreichischer Amtskollege Heinz Fischer ließen es sich nicht nehmen, nach der umjubelten Aufführung von "Maria Stuart" in der vollbesetzten Stiftsruine persönlich die Schauspieler auf der Bühne zu treffen. Intendant Holk Freytag stellte den Ehrengästen die Schauspieler vor.

Im Ensemble sind neben der Hauptdarstellerin Marie Therese Futterknecht (Maria Stuart) noch zahlreiche andere Österreicher, die "ihrem" Präsidenten Heinz Fischer begeistert die Hand schüttelten. Der zückte sofort sein Handy und wählte die Nummer seines Sohnes, mit dem Marie Therese Futterknecht in Wien zehn Jahre gemeinsam die Schulbank gedrückt hat. Nun konnte sie, sichtlich gerührt, mit ihrem Klassenkameraden direkt von der Bühne telefonieren.

Unterdessen schwärmte Joachim Gauck von der Stiftsruine und dem Stück und äußerte sich gegenüber von Intendant Holk Freytag und den Darsteller als "wirklich beeindruckt" von der gelungenen Inszenierung. Der zeitlos aktuelle Stoff und der Spielort fügten sich wunderbar zusammen.

Seine Partnerin Daniela Schadt war derweil schon vertieft in eine Diskussion mit Markus Gertken, der die Schlüsselrolle des Großschatzmeisters Baron von Burleigh spielt.

Inzwischen waren Gewitterwolken über der Ruine aufgezogen und Sturmböen wehten durch das Gemäuer, sodass die beiden Königinnen mit ihren weiten Röcken kämpfen mussten. Trotzdem nahmen sich die Präsidenten Zeit für Erinnerungsfotos, darunter auch so manches "Selfie" mit dem Handy.

Gerade noch rechtzeitig bevor der Regen kam, erreichten die Bundespräsidenten mit ihrer Entourage das Hotel "Zum Stern", in dem beide übernachteten. 25 Zimmer waren dort für den Präsidententross reserviert. Schon vor der Aufführung in der Stiftsruine hatte Sternekoch Patrick Spies die prominenten Gäste mit einem Menü aus vorwiegend regionalen Spezialitäten verwöhnt. Zur Vorspeise gab es Breitenbacher Saibling, später hessisches Bio-Kalbfleisch und ein Dessert mit Variationen von deutschem Obst.

"Die beiden Bundespräsidenten und ihre Frauen sind völlig unprätentiös und haben sich sichtlich wohl bei uns und in Bad Hersfeld gefühlt", schwärmte auch Hotelier Achim Kniese von seinen prominenten Gästen. Für ihn und sein Team war der Besuch wegen der strengen protokollarischen Vorgaben eine Herausforderung. "Alles hat gut geklappt", sagt Kniese erleichtert. Und die übrigen Hotelgäste hatten so das seltene Vergnügen mit zwei waschechten Präsidenten zu frühstücken.

Von Kai A. Struthoff

Quelle: HNA

Kommentare