Schüler der Jakob-Grimm-Schule reinigten die Stolpersteine in der Innenstadt

Stolpersteine: Jetzt glänzen sie wieder

Frisch poliert: Die Stolpersteine in Gedenken an Leopold und Selma Alexander. Fotos: Kiele

Rotenburg. Vorsichtig reiben Pascal und Luca über zwei Steine in der Rotenburger Altstadt. Es sind keine gewöhnlichen Steine, die die beiden Schüler auf dem Boden säubern.

Die quadratischen, in Messing gestanzten Steine sind zwei von 43 Stolpersteinen in Rotenburg. Sie sollen an die jüdischen Menschen erinnern, die während der NS-Herrschaft zu Tode kamen.

Die Klasse G6d der Jakob-Grimm-Schule hat sich mit den jüdischen Familien in Rotenburg beschäftigt und dazu eine kleine Ausstellung erarbeitet. Jede Arbeitsgruppe hat die persönliche Geschichte einer jüdischen Familie studiert und sie anhand einer Collage in ihrer Schule vorgestellt.

Gründliche Reinigung

Die Stolpersteine sind in vielen Gassen in der Stadt durch Straßenschmutz fast nicht mehr richtig zu erkennen. Deshalb hat sich die Klasse 6d in die Stadt aufgemacht, um die Steine durch eine gründliche Reinigung wieder in neuem Glanz erstrahlen zu lassen.

In zehn Kleingruppen gingen die Schüler jeweils zu den Steinen „ihrer“ jüdischen Familie. Mit Putzmittel und Schwämmen reinigten und polierten die Sechstklässler die Stolpersteine, bis sie glänzten und auf dem Straßenboden wieder gut zu erkennen sind.

„Wir finden es gut, dass man sich so an sie erinnert“, sagt Pascal Ullrich über die Stolpersteine der jüdischen Familien. Gemeinsam mit seinem Mitschüler Luca Wiegel hat er sich mit der Familie Alexander beschäftigt. Leopold Alexander war Klempner und betrieb ein Geschäft an der Brückengasse 4, in dem er Badeeinrichtungen, Haushaltsgeräte und Spielzeug verkaufte. Am 7. September 1942 wurde er mit seiner Frau Selma nach Theresienstadt deportiert.

Mit Feuereifer dabei

Schulpfarrerin Dr. Susanne Natrup hat mit den Sechstklässerin die Stolperstein-Aktion vorbereitet. „Die Schüler sind beim Reinigen der Stolpersteine mit Feuereifer dabeigewesen, und ich hatte das Gefühl, dass sie sich für die Familien verantwortlich gefühlt haben“, sagte Natrup.

Hintergrund: Gegen das Vergessen

Auf den 43 Stolpersteinen in Rotenburg mahnen seit Mai 2010 ein Name, ein Geburtsjahr und ein Todesdatum, die jüdischen Menschen nicht zu vergessen. Die Stolpersteine sollen auch zeigen, dass vor der eigenen Haustür oder in der Nachbarschaft Geschichte geschah.

Quelle: HNA

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