Masterplan für die Fuldaaue vorgestellt – zahlreiche Ideen für die Ausgestaltung

Ab jetzt beginnt die Arbeit

Schon weit entwickelt: die Breitenbacher Seen sind schon jetzt ein Naherholungsgebiet. Foto: Schankweiler-Ziermann

Rotenburg. Eine Grundlage zur Diskussion, eine generelle Marschrichtung, eine Vision – das soll er sein, der Masterplan, den das Büro Iwud (Ingenieure für Wasser, Umwelt und Datenverarbeitung) aus Höxter für die Fuldaaue zwischen Heinebach und Blankenheim erarbeitet hat. Er ist nun Grundlage für das, was die Interkommunale Zusammenarbeit Zubra der Kommunen Bebra, Rotenburg und Alheim dort in der Zukunft entwickelt, erklärte Kai Otte-Witte, Geschäftsführer von Iwud. Mehr als 100 Interessierte waren dazu ins Audimax der Verwaltungsfachhochschule in Rotenburg gekommen.

„Ihr Lebensraum“

„Das ist Ihr Lebensraum, Sie müssen Ansprüche gegeneinander abwägen“, sagte Otte-Witte. „An diesem Punkt startet ihre Arbeit.“

Hier einige der Anregungen, die Otte-Witte den Zubranern ans Herz legte:

• Wirtschaftswege und Radwege sollten getrennt voneinander verlaufen, damit Landwirte und Radtouristen sich nicht stören.

• Für Kanuten und Ruderer fehlen gut zugängliche Anlegestellen. Die vorhandenen sind nicht bei allen Wasserständen nutzbar. Ein besonderer Anziehungspunkt wäre eine Kanurutsche am Wehr in Rotenburg.

• In der Aue gibt es nur wenige ausgeschilderte Wanderwege. Es gibt zahlreiche Sitzgelegenheiten, einige sind aber baufällig.

• Es sollen sogenannte Sekundärauen entstehen. Sie übernehmen Funktionen nicht mehr herstellbarer Auen und Hochwasserschutz. Typspezifische Pflanzen und Tiere können sich dort ansiedeln.

• Für Ausgleichsmaßnahmen sollen die Kommunen einen Flächenpool bilden. Das soll landwirtschaftliche Vorrangflächen sichern. Kommunen verpflichten sich, dort keine ökologischen Ausgleichsmaßnahmen vorzunehmen.

Wichtige Freizeitbereiche

Besonders wichtige Freizeitbereiche wären die Breitenbacher Seen, wo die Planung mit EU-Geld schon weit fortgeschritten sei, der intensiv genutzte Storchensee bei Rotenburg, die Freizeitflächen nördlich von Braach, wo einfache Unterkünfte für Radtouristen und vielleicht als Attraktion ein Weidenbauwerk entstehen könnten, und das Freizeitgelände bei Heinebach und Niederellenbach, wo um das Piratenschiff herum über den Kiesabbau eine große zusammenhängende Wasserfläche entstehen könnte.

Flächen für Hunde

In Ruhe- und Aufenthaltsbereichen sollen Schutzhütten, Grillplätze und ausgewiesene Flächen für Hunde entstehen. Foto: nh

Der Masterplan ist komplett im Internet einsehbar: www.zubra.de/projekte/konzepte/masterplan-fuldaaue/

Von Rainer Henkel

Quelle: HNA

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