RP legt erste Liste mit möglichen Vorranggebieten offen

Jede zweite Fläche ist für Windkraft geeignet

Hersfeld-Rotenburg. Die Suche nach möglichen Standorten für Windkraftanlagen schreitet voran. Gestern hat das Regierungspräsidium Kassel (RP) eine Liste mit möglichen Vorranggebieten in Nordhessen veröffentlicht. Im Kreis Hersfeld-Rotenburg kommt demnach etwa die Hälfte der untersuchten Flächen für Windräder in Frage.

56 Flächen mit insgesamt 6876 Hektar wurden im Landkreis untersucht. In die weitere Planung für Vorranggebiete sollen 26 Areale mit 3488 Hektar aufgenommen werden. Die übrigen Flächen kommen für die Nutzung durch Windkraftanlagen nach den bisherigen Erkenntnissen nicht in Frage. Laut RP-Sprecher Michael Conrad sei der Hauptgrund mangelnder Wind, aber auch fehlender Abstand zu Siedlungen und Naturschutzüberlegungen spielten eine Rolle.

Aber auch mit den verbliebenen Flächen würde der Kreis Hersfeld-Rotenburg einen überproportionalen Beitrag zum Ausbau der regenerativen Energien in Hessen leisten. Ziel des Landes ist es, zwei Prozent der Gesamtfläche für die Windkraftnutzung auszuweisen. Die möglichen Vorranggebiet in Waldhessen machen sogar 3,2 Prozent der Kreisfläche aus. Im benachbarten Werra-Meißner-Kreis hingegen sind nur 1,2 Prozent der Kreisfläche geeignet. Dort soll der Suchraum deshalb womöglich ausgeweitet werden. Die Flächenvorgabe von zwei Prozent gelte aber nicht pro Landkreis, sondern für den gesamten Regierungsbezirk, und da wird sie nach aktueller Planung fast erreicht.

Die nun vorgelegte Liste ist zwar mit den Kommunen abgesprochen, „das ist aber noch nicht beschlossene Sache“, sagt Conrad. Kommenden Montag wird erstmals ein Ausschuss der Regionalversammlung darüber debattieren. Ist sich das Gremium einig, werde die Liste mit den möglichen Vorranggebieten offengelegt. „Dann können alle Betroffenen Einwände dazu machen“, sagt Conrad.

Von Marcus Janz

Quelle: HNA

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