Unkrautvernichtung mit Glyphosat: Missgebildete Tiere, Nachweis im Trinkwasser

Für Jahrzehnte verseuchter Boden

Hersfeld-Rotenburg. Das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat tötet nicht nur die Pflanzen über die Wurzeln ab, sondern verseucht auch die gesamte Bodenfläche auf Jahrzehnte hin, und zwar so, dass auch andere Feldfrüchte davon betroffen sind. Das erklärte der Dipl. Landwirt und Agrarwissenschaftler, Dr. Peter Hamel, kürzlich vor 70 Zuhörern im Friedloser Bürgersaal.

Rückstände von Glyphosat seien in den Futtermitteln der Tiere zu finden. Dadurch ist sei bei den Tieren bereits zu Missbildungen und Fehlgeburten gekommen. Nicht nur durch importierte Futtermittel, wie gentechnisch verändertes Soja, sondern auch durch die sogenannte Sikkation (Austrocknung), dem „totspritzen“ unter anderem von Getreide und Kartoffeln kurz vor der Ernte, geraten Rückstände von Glyphosat in unsere Nahrungskette, sagte Hamel während einer Veranstaltung, zu der der Kreisverband der Grünen eingeladen hatte.

Bei jeder untersuchten Person, jedem getesteten Tier seien mittlerweile Rückstände des Unkrautbekämpfungsmittels im Blut nachweisbar. Zudem zeigen Langzeitversuche, dass wegen der dauerhaften Bindung von Spurenelementen durch den Wirkstoff Glyphosat Krankheiten bei Pflanzen wie Tieren zu- und die Erträge abnehmen. Harald Brandau, Biolandwirt aus Alheim, machte anschaulich, dass es zu Glyphosat auch Alternativen gibt.

Brandau erklärte, wie er mit Untersaaten und Zwischenfrüchten im Feld sowie speziellen Techniken der Bodenbearbeitung Unkrautaufwuchs verhindert und damit gleichzeitig die Bodengesundheit fördert. Das ermögliche dem Landwirt auch ohne Herbizideinsatz eine pfluglose Direktsaat.

Christa Hecht, Geschäftsführerin bei der Allianz der Öffentlichen Wasserwirtschaft in Berlin, sprach über die Risiken und die Probleme der Wasserversorger, Pestizidrückstände aus dem Trinkwasser zu filtern.

Einsatz explodiert

Durch den explodierenden Einsatz von Glyphosat auch bei Bahn, Kommunen und Privatleuten werden zunehmend Rückstände von Glyphosat und Ampa im Trinkwasser nachgewiesen. Hecht sagte klar: Alle wasserlöslichen Stoffe landen irgendwann im Grundwasser und damit in unserem Trinkwasser.

Moderator Jörg Althoff (Grüne) meinte, dass den Versprechungen der Pestizidhersteller mit äußerster Vorsicht zu begegnen sei. Die Abhängigkeiten Landwirtschaft, gerade auch im Hinblick auf die grüne Gentechnik, werde immer größer. (red/ank)

Quelle: HNA

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