Der Richelsdorfer Horst Rimbach hat das Bundesverdienstkreuz bekommen

51 Jahre an der Vereinsspitze

Horst Rimbach an dem Ort, wo er jahrzehntelang die Büroarbeit für den TTC Richelsdorf erledigte - im Büro im Keller seines Hauses zusammen mit seiner Frau Waltraud. Foto:  Meyer

Richelsdorf. In über 51 Jahren ehrenamtlichen Engagements im Verein und in der Politik gab es nicht einen einzigen Tag, an dem Horst Rimbach der Gedanke kam, alles hinzuschmeißen. Ganz im Gegenteil: Niemals, sagt er, habe es Streit gegeben, und immer hat er die Arbeit gern gemacht. Für das hingebungsvolle Engagement ist der 74-jährige Richelsdorfer jetzt mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden.

Dass es nie Streit gegeben hat, das passt zu Rimbachs zurückhaltender Art, zu seinem bescheidenen Auftreten. Zusammen mit seiner Frau bewohnt er ein Haus in seinem Geburtsort. An der Wohnzimmerwand hängen nebeneinander drei Fotos seiner drei Kinder und deren Partner von den Hochzeitstagen, darunter ein Foto mit fünf lächelnden Enkelkindern. Hier, im Wohnzimmer, erzählt er, wie das vor 51 Jahren begann mit dem Ehrenamt und mit dem Tischtennis.

Holzbretter als Schläger

Tischtennis, „das war der Trend damals“, berichtet er. Die Freunde holten aus der Rhön eine Spanplatte, ein Schreiner schnitt sie zu, ein Maler strich sie grün, und los ging’s mit einfachen Holzbrettern als Schläger im Saal der Gaststätte Bebendorf. Der Tischtennisclub TTC Richelsdorf war geboren, erster Vorsitzender: Horst Rimbach, vom 7. November 1963 bis zum vergangenen Samstag.

Sportlich stand Rimbach nie im Mittelpunkt, „da gab’s immer Bessere“, sagt er. Er war der, der junge Leute für den Verein gewann, der den Papierkram erledigte, der die Nachwuchsmannschaften bei Auswärtsspielen betreute. In vielen Orten sind die Tischtennisvereine bald wieder eingegangen. Der TTC Richelsdorf hat heute 137 Mitglieder und Damen-, Herren- und Jugendmannschaften in verschiedenen Klassen. Die erste Damenmannschaft spielte zwischenzeitlich in Deutschlands dritthöchster Liga.

Rimbach engagierte sich auch auf Kreisebene für den Tischtennissport. Fast 20 Jahre lang organisierte er als Vorsitzender des Karnevalsauschusses die Richelsdorfer Karnevalssitzungen. Er saß zeitweise im Ortsbeirat, gehörte für die SPD der Gemeindevertretung und viele Jahre lang dem Gemeindevorstand an. Von 1989 bis 2006 war er Mitglied der Betriebskommission der Gemeindewerke Wildeck. Auf Tausende Stunden Arbeit summiert sich Rimbachs ehrenamtliches Engagement.

Genauso unaufgeregt, wie Rimbach sich engagiert hat, kann er heute auch loslassen, und so ist er auch froh, dass die ehrenamtliche Arbeit zu Ende geht, denn: „Man wird nicht jünger.“

Von Achim Meyer

Quelle: HNA

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