150 Jahre MGV Nentershausen: Wenige Reden, viel Gesang

Mit einer Hommage an die Welt der Spielkarten eröffnete der gastgebende Männerchor Nentershausen das Chorfestival mit dem Lied „Bube, Dame, König, Ass“. Die Leitung hatte Heidi Kremer. Der Vorsitzende Klaus Heißner begrüßte das Publikum in der Tannenberghalle. Fotos: Vöckel

Nentershausen. Ein Kulturträger feiert Geburtstag: Der Männergesangverein Nentershausen ist 150 Jahre alt geworden. Die Feier war ein eindrucksvolles Erlebnis in der voll besetzten Tannenberghalle: ein Festkommers ohne große Reden, aber mit viel Musik und Gesang. Die Aufmerksamkeit gehörte ganz den Chören.

Die begeisterten die Zuhörer mit ihren Liedern. Die breite Spanne der Darbietungen reichte von Volksliedern über Schlager und moderne Kompositionen bis hin zu anspruchsvollen Tonschöpfungen. „Was für ein schöner Abend, einfach herrlich“, stellte Besucherin Elisabeth Sennhenn vom Frauenchor Ulfen fest.

Mit einer Hommage an die Welt der Spielkarten eröffnete der gastgebende Männerchor das Chorfestival mit dem Lied „Bube, Dame, König, Ass“. Die Zugabe war mehr eine Aufforderung: „Lass die Sonne in dein Herz“, ein Schlager, mit dem die Gruppe Wind beim Eurovision Song Contest 1987 den zweiten Platz belegte.

Einen Beifallssturm lösten die jüngsten Sängerinnen aus: Die Kinder- und Jugendlichen des Nachwuchschores aus Nentershausen begeisterten die Zuhörer mit „Manamana“ aus der Sesamstraße und lieferten mit dem Höhenflug von „99 Luftballons“ noch eine Steigerung ab.

„Ich bin kein Bajazzo“ stellte die Chorgemeinschaft Süß fest, die im zweiten Anlauf die Abendglocken erklingen ließ. Einer der Höhepunkte des Abends war der Auftritt des Siedlerchors aus Nentershausen mit dem rhythmischen Zulu-Song „Siyahamba“ aus Südafrika und einem Lied der Toten Hosen: „An Tagen wie diesen“.

Dem Gemischten Chor aus Raßdorf hatten es die roten Lippen angetan, die man küssen soll. Etwas verspielt war dagegen die „launische Forelle“ in einem Bächlein helle, die den Kontrast zum sehnsuchtsvollen Lied „Memory“ („Berühr mich!“) aus dem Musical Cats bildete. Der kleine Chor der Raßdorfer besang die „Vogelhochzeit“ und war mit der Gesangsgruppe die Prinzen der Meinung: „Das ist alles nur geklaut“.

Die größte Gesangsgruppe des Abends stellte ein Partnerschaftsverein der Nentershäuser: der Gemischte Chor Trusetal. Die Sänger aus Thüringen gratulierten den Gastgebern mit Blumenliedern („Sah ein Knab’ ein Röslein stehn“ und „Wer die Rose ehrt“) und einem Udo-Jürgens-Medley zum 150. Geburtstag - aber auch zu ihrer Freundschaft, die schon seit 25 Jahren besteht. Diese Partnerschaft wurde noch vor der Kontaktaufnahme ihrer beiden Gemeinden geknüpft.

Im nächsten Jahr feiert der Trusetaler Chor sein 175-jähriges Bestehen. Dazu lud er die Gastgeber schon jetzt ein. Ein Fitnessprogramm stellte die Zumbagruppe des Turnvereins Germania Nentershausen vor. „Das ist die ideale Vorbereitung für alle Chorsänger. Das verschafft Luft“, war Vorsitzender Klaus Heißner vom MGV angetan von den Übungen. Als Ansager stellte Thorsten Hilmes die Chöre und Akteure des Abends vor.

Von Herbert Vöckel

Mehr lesen Sie in unserer gedruckten Dienstagsausgabe.

Quelle: HNA

Kommentare