Liedertafel Gilfershausen feiert Jubiläum

125 Jahre für den Gesang

Gemeinsam vor der Fahne: Der Gesangverein Liedertafel feiert sein 125-jähriges Bestehen am Samstag mit einem Festkommers und einem Jubiläumskonzert in Ellis-Saal in Weiterode. Einer der Mitwirkenden ist der gemischte Chor des Jubiläumsvereins mit mehr als 40 Sängern – unser Bild. Foto: Privat/nh

Gilfershausen. Keine Chronik, keine Niederschrift kündet von den Anfängen des Gesangvereins Liedertafel Gilfershausen. Die Unterlagen sind vermutlich in den Wirren der Kriege und danach verlorengegangen. Das Datum der ersten Erwähnung ist mündlich von älteren Sängern überliefert und 1932 in der Satzung festgeschrieben worden: 1. Februar 1887.

An diesem Tag gründeten Einwohner den Männergesangverein Gilfershausen. Chorleiter wurde Lehrer Fischer. Er war bis 1903 als musikalischer Leiter tätig, danach übernahm Schreinermeister Johannes Messer das Amt des Dirigenten bis 1929.

Opfer für die Fahne

Zum fünfjährigen Bestehen legte sich der Verein eine Fahne zu. Dieses Vereinssymbol wurde durch die Opferbereitschaft der Mitglieder angeschafft, berichtet der Chronist. Die Fahne, die viele Jahrzehnte dem Verein vorangetragen wurde und alle Wirren der Zeit überstanden hat, trägt neben der Jahreszahl 1892 die Inschrift „Edel und bieder seien Herzen und Lieder“. Vier Jahre später fand das erste Sängerfest mit acht auswärtigen Vereinen in Gilfershausen statt. Das Kreisblatt berichtete darüber.

Eine neue Epoche begann 1930. Lehrer Heinrich Görk übernahm den Dirigentenstab. Unter seiner Leitung wurde der gemischte Chor gegründet und dem Männergesangverein Liedertafel 1887 angeschlossen. Auch die Vereinssatzung wurde in diesem Jahr erneuert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wagten die Sänger 1946 einen Neuanfang. Im Gasthaus Salzmann wurde wieder im Chor unter Leitung von Heinrich Görk gesungen. 1947 begannen die Gesangsstunden für den gemischten Chor in der Schule. Fünf Jahre später wurde gefeiert: das 65-jährige Bestehen mit zahlreichen Chören. Einen Einschnitt gab es 1963. Der Männerchor löste sich auf. Der Grund: Kein Nachwuchs. Von den verbliebenen Sängern verstärkten nur wenige den gemischten Chor.

Die Ära Heinz Hartig

Das Ende einer Epoche: 1974 gibt Heinrich Görk nach 43 Jahren als Chorleiter den Dirigentenstab an den Bundesbahnbeamten Heinz Hartig weiter, der auch heute noch den gemischten Chor dirigiert. Unter seiner Leitung verbesserte sich die Gesangsgruppe weiter, nahm 1985 Lieder für eine Schallplatte auf und erhielte zum 100-jährigen Bestehen 1887 die höchste deutsche Auszeichnung für Chöre: die Zelter-Plakette.

Weitere herausragende Ereignisse in der Folgezeit bis heute: Der gemischte Chor der Liedertafel gibt 1989 ein einstündiges Konzert bei der Bundesgartenschau in Frankfurt und erreicht beim Wertungssingen des Mitteldeutschen Sängerbundes die Prädikate Leistungschor 1993 und Belobigung 1999. Der Kinderchor Gilf-Peppers wird 1992, die Chorgruppe Total Vocal 1997 und der Projektchor Popchorn im Sommer 2011 gegründet. Alle vier Chöre bilden heute gemeinsam den Gesangverein 1887 Gilfershausen. Im Sängerkreis Alheimer ist dieser Verein mit seinen vier Chören einer der leistungsstärksten. Sein zweites Standbein hat die Liedertafel in den Verbänden im bundesweiten Bahn-Sozialwerk. WEITERE ARTIKEL

Von Herbert Vöckel

Quelle: HNA

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