Immer mehr Frauen entdecken den Wald für sich – Jägerinnen-Stammtisch geplant

Die Jagd ist ihr Hobby

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Von der Natur begeistert: Die Jägerinnen Roswitha Keiler, Sandy Klippel und Cornelia Jakob (von links) wollen einen Stammtisch für sich und ihre Kolleginnen ins Leben rufen.

Rotenburg. „Keiler“, stellt sich Roswitha Keiler vor. Schnell schiebt sie mit einem Achselzucken ein „Ja, so heiße ich“ hinterher. Zu ihrem Hobby passt der Nachname allemal: Die 47-Jährige ist Jägerin.

Den Jägerlehrgang hat sie vor über einem Jahr gemeinsam mit der Rotenburgerin Sandy Klippel gemacht. Die erfahrenste Jägerin in der Damenrunde ist Cornelia Jakob. Die Begeisterung für Natur und Wild wurde ihr quasi in die Wiege gelegt. „Mein Großvater war Förster, mein Onkel Jäger“, sagt die 52-Jährige.

Für die drei Frauen bedeutet Jagen, sich in der Natur zu bewegen, den Kopf freizubekommen und den Wald und das Wild zu schützen. „Jäger sind Naturschützer“, sagt Cornelia Jakob. Das Schießen steht bei den drei Jägerinnen an letzter Stelle. „Es dient der Hege, und es gibt keine tierfreundlichere Weise, an gutes Fleisch zu kommen“, sagt Sandy Klippel.

Die Stunden auf dem Hochsitz bedeuten für die 41-Jährige absolute Entspannung: „Am Anfang sitze ich da oben und denke nach, und wenn ich fertig gedacht habe, bleibe ich einfach sitzen.“ Das Gefühl kennt auch Roswitha Keiler: „Jedes Mal, wenn ich vom Hochsitz steige, bin ich vollkommen frei hinterm Pony.“

Bis zu vier Stunden verbringen die Jägerinnen bei einem Ausflug in den Wald auf dem Hochsitz. „Manchmal sitzt man sich einfach nur den Po platt“, sagt Cornelia Jakob, „Etepetete darf man da nicht sein.“ Sie hat den Jagdschein bereits vor elf Jahren gemacht und weiß: Erst mal muss überhaupt ein Tier am Hochsitz vorbeikommen. Dann muss das Wild zu einer Art gehören, die gerade zum Abschuss freigegeben ist, und im richtigen Winkel zum Hochsitz stehen. Schließlich gilt es, die Waffe zu entsichern, bevor das Wild wieder weg ist.

Im Extremfall steigen die Jägerinnen bis zu 40-mal auf den Hochsitz, ohne einen Schuss abzugeben. „Das gilt für die Tagjagd“, sagt Cornelia Jakob. Bei nächtlichen Jagdausflügen kann der Schnitt sogar bei 80-mal auf den Hochsitz steigen liegen. „Die Jagd ist nicht einfach und selten erfolgreich“, sagt sie. Wenn einmal alles passt und das Wild erlegt ist, empfindet die 52-Jährige Ruhe und Dankbarkeit.

„Wenn man seine Passion für die Jagd entdeckt hat, kommt man davon nicht mehr weg“, sagt Cornelia Jakob. Und weil die drei nicht die einzigen Frauen mit einer Leidenschaft für das Jagen sind, wollen sie nun einen Jägerinnen-Stammtisch gründen.

Geplant sind ab Oktober Treffen alle vier bis sechs Wochen. „Dabei geht es eigentlich nur ums Ambiente“, sagt Roswitha Keiler. Und darum, mal was nur mit den Mädels zu machen.  berichte rechts

Von Verena Koch

Quelle: HNA

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