Schäden um mehr als 30 Prozent gestiegen – Bestand wächst

Jäger schießen im Kreis mehr Wild

Hersfeld-Rotenburg. Im Landkreis-Hersfeld Rotenburg ist die Zahl der bei der Jagd erlegten Tiere im vergangenen Jagdjahr deutlich gestiegen. Grund dafür ist der stetig wachsende Wildbestand.

Laut der von der Unteren Jagdbehörde des Landkreises Hersfeld-Rotenburg herausgegebenen Streckenliste sind in der Zeit von Mai 2012 bis Januar 2013 in den heimischen Wäldern 3592 Wildschweine erlegt worden, 1256 mehr als im Vorjahr (plus 53,8 Prozent). Deutliche Steigerungen sind auch beim Rotwild (19,2 Prozent) und den Füchsen (40,1 Prozent) zu verzeichnen. Die Waschbärplage erreicht derweil auch die Region: 955 Exemplare wurden im Jagdjahr 2012/13 geschossen. Das bedeutet eine Zunahme um 70,1 Prozent.

Während es für Rot- und Rehwild festgesetzte Abschusszahlen gibt (siehe Hintergrund), darf Schwarzwild, also Wildschweine, frei gejagt werden. „Jede Gelegenheit, eine Sau zu erlegen, wird genutzt“, sagt Dr. Hans-Werner Führer, Vorsitzender der Rotwildhegegemeinschaft Seulingswald.

Die wachsenden Wildtierbestände sind laut Michael Gauler, Mitarbeiter der Unteren Jagdbehörde des Kreies Hersfeld-Rotenburg, unter anderem Ergebnis der naturnahen Waldbewirtschaftung: „Die Wälder werden dichter und bieten den Tieren mehr Schutz.“

Die Zahlungen für Wildschadenersatz sind laut der Streckenliste im vergangenen Jagdjahr ebenfalls deutlich gestiegen. Das Geld, das die Jagdpächter für Schäden in der Zeit zwischen Mai 2012 und Januar 2013 an die Grundbesitzer zahlen mussten, liegt bei insgesamt 138 527 Euro. Das bedeutet eine Zunahme von 35,7 Prozent im Vergleich zum vorherigen Jahr.

Schäden auf Grünflächen werden laut Hans-Werner Führer in den meisten Fällen von Schwarzwild erzeugt. Äs- und Schälschäden an Bäumen, die Gewinneinbußen in der Forstwirtschaft zur Folge haben, entstehen hingegen vor allem durch Rotwild.

HINTERGRUND, Zum Tage

Von Lasse Deppe

Quelle: HNA

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