Aus Autohof an A4 wird nichts: Investor springt ab

Wildeck. Es waren nur drei Sätze, aber die hatten es in sich: Auch der dritte mögliche Investor, der ernsthaft Interesse bekundet hatte, ein Autoreise-Center an der Anschlussstelle Wildeck-Hönebach der A 4 zu bauen und zu betreiben, ist abgesprungen.

Kurz und knapp teilte Wildecks Bürgermeister Jürgen Grau dies in der Sitzung der Gemeindevertreter am Donnerstagabend mit. Eine entsprechende Anfrage hatte die CDU-Fraktion gestellt.

„Die Rahmenbedingungen haben sich negativ entwickelt“, heißt es in dem Schreiben der Tank- und Rast Entwicklungsgesellschaft mit Sitz in Bonn an die Gemeinde Wildeck. Die Gesellschaft wollte unter anderem auch eine große Spielhalle in dem Reise-Center unterbringen. Da der neue Glücksspielstaatsvertrag nicht mehr so große Spielhallen wie bisher zulässt, kann die Tank- und Rast Entwicklungsgesellschaft die Spielhalle nicht mehr so groß bauen wie geplant. „Dies hat leider unmittelbare Auswirkungen auf die Ertragssituation des Gesamtprojekts an ihrem Standort“, heißt es in dem Schreiben von Michael Kolb, dem Projektleiter Autohöfe der Entwicklungsgesellschaft. Das sei ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor für das Projekt. Die Investitionskosten ließen sich nur bedingt an diese veränderten Rahmenbedingungen anpassen.

Als weitere Gründe werden in dem Schreiben die Zusatzkosten für die Einebnung der Oberfläche und die Kosten für die Ausgleichsflächen genannt.

„Sollten sich die Bedingungen im Bereich der Investitionskosten ändern, sehen wir aber weiterhin die Möglichkeit, das Projekt nochmals zu überdenken“, heißt es am Schluss des Schreibens.

Bislang 70.000 Euro

Die notariellen Optionsverträge mit den Grundstückseigentümern laufen zum 1. November 2012 aus. „Bis heute sind Kosten von 70 000 Euro aufgelaufen“, teilte Bürgermeister Grau mit. Die Kosten entstanden vor allem durch das Schließen der Optionsverträge mit den Grundstückseigentümern und durch Planungen der Gemeinde.

Grau zeigte sich auf Anfrage unserer Zeitung „zutiefst enttäuscht“. Die Kosten seien der Gesellschaft seit langem bekannt gewesen. Sie hätte die Gemeinde deshalb nicht so lange mit der Entscheidung hinhalten müssen. Noch im Februar habe es bei den Verhandlungen recht positiv ausgesehen. „Die Gesellschaft hat uns lange in dem Glauben gelassen, dass das Projekt umgesetzt wird.“

Suche geht weiter

Das Projekt Autohof ist für Grau mit der Absage „noch nicht gänzlich gestorben“. Grau: „Wir werden uns jetzt auf die Suche nach neuen Investoren für das Gewerbegebiet Mackenrotscher Garten begeben, nicht nur im Bereich Autohof.“ (dup)

Quelle: HNA

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