Interessengemeinschaft Heckmotor

Treffen der Simca-Freunde in Rotenburg

Rotenburg. Am Wochenende wurde Rotenburg zum Treffpunkt der Simca-Freunde. Mit zwei Dutzend Autos wurde bei Dauerregen die Tiefgarage der Göbel Hotels Arena zum Versammlungsort.

Sie müssen zusammenhalten, die Simca-Liebhaber Deutschlands und Europas. Denn die noch erhaltenen Autos des französischen Fahrzeugherstellers sind extrem selten, und wer eines pflegen und Ersatzteile besorgen will, braucht gute Kontakte.

Der Regen trieb die Fahrer und ihre Flitzer vor einer gemeinsamen Ausfahrt in die Tiefgarage der Göbel Hotels Arena. Hier reihten sich die Raritäten aneinander, allesamt top gepflegt und poliert.

Klaus Heinemann hat aus Verl einen Simca Rallye 3, Baujahr 1978, in strahlendem Rot mitgebracht, ein Fahrzeug, von dem nur tausend Stück gebaut wurden, seines hat die Seriennummer 951. Der 59-Jährige hat sein Schätzchen schonend auf dem Anhänger hertransportiert. Früher war das mal anders, da war ein Simca sein Alltagsauto.

Ein Rallye 2 war von 1975 an Heinemanns Familienauto, mit dem er auch bei Rennen auf die Slalom-Piste ging. Der Simca sei als „Arme-Leute-Auto“ bekannt gewesen. Von keinem anderen Hersteller habe man so günstig einen wahren Rennwagen bekommen: vier Scheibenbremsen, 1300 Kubik, über hundert PS Motorleistung. Dabei habe der im Heck verbaute Motor das Fahrzeug zur schwer fahrbaren Heckschleuder gemacht. Mit dem Auto seien viele Menschen verunglückt.

Fast 25 Jahre lang ist Heinemann zwischendurch ohne Simca ausgekommen. Im Jahr 2010 hat ihn die Liebe wieder gepackt und er hat die Karosse des Rallye 3 gekauft - und das Auto dann eigenhändig und fast originalgetreu hergerichtet. Die Teile seien so selten, sagt der gelernte Landmaschinenschlosser, ohne Internet ginge da gar nichts. Und ohne den Club.

Den Tank hat Heinemann in den Front-Kofferraum eingebaut, um Gewicht nach vorne zu verlagern und das Fahrzeug leichter handhabbar zu machen. Ansonsten ging sein Insistieren auf Treue zum Original ins Extrem - und ins Detail: Sogar die winzigen Beleuchtungen für das Kennzeichen hat Heinemann aufgetrieben und verrät: Einzelne Teile können so teuer werden, dass seine Frau ihn manchmal stoppen musste.

Hintergrund: Hersteller wurde 1934 gegründet

Der Automobilhersteller Simca wurde 1934 gegründet, um Fiat-Fahrzeuge in Lizenz in Frankreich herzustellen. Nach dem zweiten Weltkrieg kamen eigene Modelle hinzu. Später übernahm Chrysler das Unternehmen, dann der Hersteller Peugeot, der die Marke Simca aufgab. Organisator des Treffens der Interessengemeinschaft Heckmotor in Rotenburg war Uwe Möller aus Sterkelshausen. 

Quelle: HNA

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