Experte: Insektenplagen werden in Zukunft wahrscheinlicher

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Schwärme über Schwärme: An den ersten warmen Tagen des Frühjahrs sah es über Rotenburgs Innenstadt (links im Hintergrund das Kreiskrankenhaus) kürzlich so aus. Tausende Insekten schwirrten durch die Luft.

Hersfeld-Rotenburg. Insektenschwärme an den ersten warmen Tagen haben die Furcht vor einer Mückenplage geschürt. „Mittelfristig wird die Gefahr von Insektenplagen und damit von Krankheiten, die von Mücken übertragen werden, sicherlich größer", sagt Prof. Dr. Thilo Schlott.

Nach Angaben des Wissenschaftlers der Hochschule Fulda ist es trotz des milden Winters aber noch sicher, dass es in diesem Sommer besonders viele der kleinen Plagegeister gibt.

„Eine solche Prognose für eine Mückenplage lässt sich nicht sicher stellen“, sagt Schlott, „das hängt auch von der weiteren Entwicklung des Wetters in den nächsten Wochen ab.“ Der Humanbiologe und Statistiker erforscht mit seinem Team seit Jahren die Verbreitung von Insekten in unserer Region.

Und was ist mit gefährlichen exotischen Mückenarten, die sich angeblich vermehrt in Deutschland heimisch fühlen? „Eine Gefahr für die Gesundheit kann ausgeschlossen werden“, sagt der Wissenschaftler mit Blick auf Exoten wie die Asiatische Tigermücke. Dengue-Fieber und Malaria kann sie übertragen und sich wegen des Klimawandels angeblich auch in Mitteleuropa heimisch fühlen. Schlott: „Wir haben sie auch in Nordhessen gesucht - und nicht entdecken können.“

Bisher wurden nur vereinzelte Tiere an süddeutschen Autobahnraststätten und einige Eigelege gefunden - heimisch wurden die Insekten hier nicht. Allerdings seien diese Tiere mit der globalen Erwärmung weiter auf dem Vormarsch.

Doch auch einige in der Region schon heimische Stechmückenarten könnten Krankheiten übertragen. „Doch dann besitzen wir ja auch noch ein Immunsystem, und nicht jeder wird gleich schwer krank, wenn er gestochen wird“, sagt der Wissenschaftler. Er findet es ärgerlich, „wenn bei Mücken immer gleich in die Kerbe der Gefährlichkeit geschlagen wird“. (rai/mcj)

Quelle: HNA

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