Indische Firma kauft Neumayer Tekfor

Vertrag unterzeichnet: Der indische Investor Amtek übernimmt auch den Rotenburger Standort von Neumayer Tekfor. Archivfoto: Janz

Rotenburg. Die Mitarbeiter von Neumayer Tekfor können aufatmen: Die Investorengespräche für die Neumayer Tekfor-Gruppe sind am Sonntag erfolgreich abgeschlossen worden. Firmenvertreter haben einen Kaufvertrag mit dem indischen Investor Amtek Auto Ltd., Neu Delhi, unterzeichnet.

Das teilte das Unternehmen am Sonntagnachmittag mit. Damit sei der Erhalt der Neumayer Tekfor-Gruppe mit allen Standorten gesichert. Zu denen zählt auch das Rotenburger Werk – ehemals RMW – in dem zurzeit 330 Mitarbeiter beschäftigt sind. Amtek übernimmt alle Vermögensgegenstände der Neumayer Tekfor Holding – neben Patenten und Grundstücken vor allem die Anteile an den in- und ausländischen Tochtergesellschaften. Die Transaktion soll bis spätestens Ende Mai abgeschlossen sein. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Wesentliche Ziele erreicht

„Gut fünf Monate nach der Einleitung des Schutzschirmverfahrens haben wir damit bereits unsere wesentlichen Ziele erreicht – neben dem Erhalt der Gruppe und der einzelnen Standorte ist dies vor allem eine möglichst hohe Befriedigung der Gläubigerforderungen“, erklärten Eigenverwalter Joachim Exner und der vom Amtsgericht Offenburg bestellte Sachwalter Dr. Jan Markus Plathner.

Die deutschen Werke der Neumayer Tekfor-Gruppe hatten im September ein Schutzschirmverfahren beantragt, weil sie als Automobilzulieferer aufgrund von Absatzschwierigkeiten ins Trudeln geraten waren – unsere Zeitung berichtete.

Laut Pressemitteilung bekennt sich Amtek „klar zur nachhaltigen Fortführung des bestehenden Geschäftsbetriebs auf Grundlage einer soliden Finanzierung und unter Nutzung des hohen gemeinsamen Wachstumspotenzials“. Die Unternehmensstrategie beinhalte die Erhaltung aller Standorte der Gruppe und sehe insbesondere in Deutschland keine Betriebsschließungen oder Betriebsverlagerungen vor.

Tarifverträge gelten weiter

Für die Mitarbeiter an den deutschen Produktionsstandorten in Rotenburg, Hausach und Schmölln gebe es neben dem Erhalt ihrer Arbeitsplätze noch weitere gute Nachrichten: „Die gegenwärtige Planung sieht auch keine Personalkosteneinsparungsprogramme für die deutschen Standorte der Gruppe vor und wir gehen davon aus, auf umfangreiche Restrukturierungsmaßnahmen verzichten zu können“, erklärte Norbert Loers, Finanzvorstand der Neumayer Tekfor-Gruppe. Selbstverständlich würden auch alle geltenden Betriebsvereinbarungen und einschlägigen Tarifverträge eingehalten.

Nach dem Abschluss der Transaktion sei die Amtek/Neumayer Tekfor-Gruppe ein weltweit führender Hersteller von Motoren-, Getriebe- und Fahrwerkskomponenten für die Automobilindustrie mit einem Umsatzvolumen von über zwei Milliarden US-Dollar und mehr als 50 Produktionsstandorten in Asien, Europa, Nord- und Südamerika. (pgo)

Quelle: HNA

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