Nachfrage übersteigt Angebot

Immobilien-Markt im Kreis brummt: Niedrige Zinsen begünstigen Käufer

Hersfeld-Rotenburg. Potenzielle Hauskäufer brauchen im Kreis Geduld und Glück. „Der Immobilienmarkt ist derzeit sehr eng, die Nachfrage nach Häusern und Wohnungen ist größer als das Angebot“, sagt Thomas Schäfer vom Immobilien-Center der Sparkasse.

Und auch Oliver Woschek von der VR-Immobilien&Service GmbH merkt, dass „Immobilien als sichere Investition“ in Zeiten niedriger Zinsen sehr gefragt sind. Die VR-Immobilien verzeichnet für 2013 ein Umsatzplus von 19 Prozent. Gefragt sind vor allem Häuser und Wohnungen in den Städten Bad Hersfeld, Rotenburg und Bebra, doch auch in den Landgemeinden sei der Markt in Bewegung. Insgesamt registrieren die Immobilien-Experten der beiden großen Banken im Kreis ein deutlich steigendes Preisniveau.

 Lag der Durchschnittspreis pro Haus im Kreis 2012 noch bei etwa 82 000 Euro, stieg er in 2013 auf etwa 91 000 Euro, sagt Woschek. Seine Sparkassen-Kollegen berichten sogar von Durchschnittspreisen von knapp unter 100 000 Euro – je nach Grundstücksgröße. Etwa drei bis sechs Monate dauere es im Schnitt, bis eine Immobilie verkauft werden kann. Käufer aber suchten oft noch länger. Die Banken setzen auf eine umfassende Beratung der Kunden und eine realistische Wertermittlung im Vorfeld. 

Neben dem ohnehin vorgeschriebenen Energieausweis würden auch weitere Sachverständigen-Gutachten, etwa über Baulasten, stark nachgefragt. „Die Käufer sind wenig kompromissbereit und haben sehr klare Vorstellungen von ihrem Traumhaus“, sagt Woschek. In 2013 konnte die VR-Bank 70 Häuser verkaufen, bei der Sparkasse waren es knapp 100 Immobilien. „Im Moment ist der ideale Zeitpunkt, um eine Immobilie zu kaufen“, meint Helmut Möller, der Leiter des Sparkassen-Immobilien-Centers.

Einzig steigende Zinsen könnten diese positive Entwicklung gefährden, warnt Möller. „Der Trend geht zur Urbanität, die Leute wollen in die Stadt“, sagt Oliver Woschek von den VR-Immobilien. Vor allem ältere Leute suchten verstärkt nach Eigentumswohnungen, deren Preise daher steigen. Für Neubauten würden laut Woschek 2200 bis 2500 Euro pro Quadratmeter verlangt, Altbauten lägen je nach Zustand bei 800 bis 1200 Euro pro Quadratmeter. Weil diese Preise oft den Verkaufserlös der Alt-immobilien übersteigen, registrieren die Sparkassen-Experten bei ihren älteren Kunden statt eines Verkaufs auch einen Trend zum seniorengerechten Umbau, den die Kreditanstalt für Wiederaufbau zudem mit speziellen Programmen fördert. (kai)

Quelle: HNA

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