Immer weniger wagen Schritt in die Selbständigkeit

Hersfeld-Rotenburg. Die Selbständigkeit scheint nicht mehr die erste Wahl zu sein, wenn es darum geht, einen Weg aus der Arbeitslosigkeit zu finden. Das zeigt sich vor allem an den Rückgängen der Neugründungen.

Im Kreis Hersfeld-Rotenburg gab es im Oktober nach vorläufigen und hochgerechneten Angaben der Agentur für Arbeit noch 40 Existenzgründungen, die mit einem Förderzuschuss bedacht wurden. Das sind 74 Prozent weniger, als im Oktober 2011.

„Versicherungspflichtige Beschäftigungen werden der Selbstständigkeit derzeit vorgezogen“, sagt Agentursprecherin Melanie Bonacker und erklärt, dass in vielen Bereichen Bedarf an Fachkräften besteht und eine Anstellung einer Existenzgründung häufig vorgezogen werde. Sie nennt noch einen weiteren Grund: „Es gibt eine neue gesetzliche Regelung.“ Diese betrifft den sogenannten Gründungszuschuss und trat im Dezember 2011 in Kraft.

„Die Änderungen zielen unter anderem darauf ab, dass nur Gründer mit tragfähigen Geschäftsideen gefördert werden“, erklärt dazu Gerhard Ruch, Geschäftsführer operativ in der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK), die für die Feststellung der Tragfähigkeit notwendigen Stellungnahmen ausstellt, bestätigt den Rückgang der Existenzgründungen. „Die höheren Hürden sowie die gekürzte Förderung im Vergleich zu den Vorjahren schlagen sich in den geringeren Zahlen bei den Stellungnahmen nieder“, sagt Carsten Heustock, stellvertretender Leiter des IHK-Geschäftsbereichs Existenzgründung und Unternehmensförderung. Die Möglichkeit den Gründungszuschuss zu erhalten, besteht aber noch immer.

„Bei jedem Gründungsvorhaben ist es elementar wichtig, dass potenzielle Selbstständige Klarheit über ihr Geschäftsmodell haben und ihr Konzept bis zum Ende durchdenken“, teilte Tobias Binder, Existenzgründerberater des Servicezentrums der IHK Hersfeld-Rotenburg mit.

Von Claudia Stehr

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Quelle: HNA

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