Schaden von gut zwei Millionen Euro

Ein Jahr nach dem Großbrand: Betrieb im Sägewerk Hahn läuft weitgehend normal

+
Das Sägewerk Hahn ein Jahr nach dem großen Brand: Helmut und Uta Hahn vor der neuen Halle.

Rotenburg. Die Schreckensnacht liegt ein Jahr zurück: Lichterloh brannte es damals im Rotenburger Sägewerk Hahn, es entstand ein Schaden von gut zwei Millionen Euro. Unter den Augen Hunderter Schaulustiger versuchten Feuerwehrleute, der Flammen Herr zu werden.

Vor einem Jahr hatte das traditionsreiche Sägewerk lichterloh gebrannt. Ursache war Brandstiftung - der Täter konnte bis heute nicht ermittelt werden. Schaden in Höhe von zwei Millionen Euro war damals entstanden. Ein Feuerwehrmann war bei den Löscharbeiten verletzt worden, die große Drehleiter der Wehr so stark beschädigt, das sie ersetzt werden musste.

Lesen Sie auch:

- HNA-Reporter alarmierte Feuerwehr und verhinderte größeren Schaden

- Bürgermeister nennt Schaulustige bei Großbrand in Rotenburg Idioten

- Nach Brand in Sägewerk: Versicherung setzt Belohnung für Hinweise aus

In Erinnerung geblieben sind auch die Massen von Schaulustigen, die wegen ihrer Neugier sogar gnadenlos die Löscharbeiten behinderten.

In solch einer Nacht wird den Betroffenen voller Anteilnahme jegliche Unterstützung zugesichert. „Geholfen haben aber letztendlich nur Familie und Freunde“, sagt Uta Hahn. In der Krise erfahre man, auf wen man sich wirklich verlassen kann.

Die Mitarbeiter haben auch kräftig mit angepackt beim Wiederaufbau, erzählen die Hahns. Und sie konnten auf das Verständnis der Kunden bauen: „Da ist keiner abgesprungen“, freut sich Helmut Hahn noch heute.

Viel Papierkram war zwar zu erledigen, aber große Probleme habe es dabei nicht gegeben. „Wir haben einen guten Versicherungsmakler und die Versicherungen sind immer aktualisiert worden. Die Abwicklung lief reibungslos“, berichtet die 53-jährige Uta Hahn. Natürlich gibt es in solch einem Fall Einbußen: „Bei den Maschinen zum Beispiel wurde ja nur der Zeitwert angerechnet.“

In der neuen Halle (die alte war erst 16 Jahre alt) wird schon seit einigen Monaten gearbeitet. Vieles beim Bau konnten die Firma Hahn selbst erledigen. Andere Arbeiten wurden in Abschnitte aufgeteilt und an Kunden vergeben.

Lichterloh brannte es im Rotenburger Sägewerk Hahn.

Auf einen Wasseranschluss in der neuen Halle warten Hahns seit geraumer Zeit. Sie haben sicherheitshalber einen Schlauchschrank in der Halle installieren lassen, der noch angeschlossen werden muss und der schnelles Löschen bei kleinerem Feuer ermöglichen soll.

In der Produktion hat sich die Firma verkleinert, das Sägewerk arbeitet nur noch für den Eigenbedarf der Zimmerei. 17 Mitarbeiter werden beschäftigt, darunter drei Auszubildende. Im neuen Ausbildungsjahr kommt ein vierter Lehrling hinzu.

„Es soll immer weitergehen“, sagt Hahn. Für den 53-Jährigen gab es nie etwas anderes als seine Firma.

Aus dem Archiv: Sägewerk in Flammen

Sägewerk in Rotenburg steht in Flammen

„Wir sind froh und dankbar, dass weiter niemand zu Schaden gekommen ist“, sind sich Hahns einig. Und sie sind noch heute der Feuerwehr „hoch zu Dank verpflichtet“.

Von Albträumen werden Helmut und Uta Hahn nicht geplagt. Dennoch hat das große Feuer in ihrem Sägewerk bis heute Auswirkungen: „Ich gehe nie ins Bett, ohne zuvor das Gelände kontrolliert zu haben“, sagt Helmut Hahn.

Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

Kommentare