Nach eineinhalb Jahren Leerstand

Immensee-Gastwirte übernehmen das Cornberger Kloster

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Zufriedene Gesichter: Die Gemeinde Cornberg hat mit Ingrid (Mitte) und Otto Germeroth (rechts) erfahrene Pächter für die Gaststätte im Kloster gefunden. Links Bürgermeister Achim Großkurth. Foto: Schäfer-Marg

Cornberg. Fast eineinhalb Jahre stand die Gaststätte im Kloster Cornberg leer, jetzt gibt es mit Ingrid und Otto Germeroth neue und erfahrene Wirtsleute. Sie wagen einen Neuanfang, nachdem sie den Waldgasthof Immensee zugunsten einer Unterkunft für Asylbewerber abgeben mussten.

Kein Wunder, dass Bürgermeister Achim Großkurth zufrieden ist. „Endlich wird dieses Kleinod wieder aus dem Dörnröschenschlaf aufgeweckt. Davon profitiert die Gemeinde, aber auch die gesamte Region“, sagte Großkurth, als er die neuen Pächter vorstellte. Ingrid und Otto Germeroth sind bekannte Gastronomen in der Region: Sie haben bereits in Bebra das Café am Wasserturm und den Hof Guttels bei Rotenburg betrieben. Zuletzt waren sie acht Jahre lang die Gastgeber im Waldgasthof Immensee, der jetzt - sehr zu Germeroths Schmerz - zu einer Wohneinrichtung für Asylbewerber umfunktioniert wird (wir berichteten). Das Ehepaar ist sehr traurig und verärgert darüber, wie ihre dortige Existenz zerstört worden ist.

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Mitarbeiter bleiben 

Jetzt also die Klostergaststätte: „Wir sind glücklich, dass sich diese Lösung ergeben hat“, sagt Ingrid Germeroth. Sie ist auch erleichtert, dass sie ihren bisherigen Mitarbeitern eine berufliche Zukunft geben kann: Koch, Kuchenbäckerin und Restaurantfachfrau werden auch in Cornberg für die Gäste sorgen. Weiteres Servicepersonal soll noch beschäftigt werden.

„Wir bieten weiterhin gutbürgerliche, saisonale Küche an und werden die Gäste mit unseren selbstgebackenen Kuchen verwöhnen“, kündigt Ingrid Germeroth an. Auch die neun Zimmer des Hotels sollen künftig Übernachtungsgäste beherbergen.

Im Restaurant mit seinen historischen Gewölben finden 55 Besucher Platz, außerdem gibt es zwei unterschiedlich große Säle für Familienfeiern. Die Außenbewirtschaftung im Klosterinnenhof ist noch einmal ein besonderes Schmankerl für Gäste und ein attraktives Ziel im Sommer: gut erreichbar über die Bundesstraße und doch ruhig hinter dicken Klostermauern gelegen.

„Für unsere Vereine ist die Bewirtschaftung besonders gut“, meint der Bürgermeister. Besucher, die sich das Sandsteinmuseum oder den Steinbruch und Führung des Heimat- und Verkehrsvereins angesehen haben, könnten sich anschließend in der Gaststätte stärken. Und wer Veranstaltungen der Kulturbühne besucht, kann vorher oder anschließend ebenfalls noch im Café-Restaurant einkehren.

Offiziell eröffnet wird die Gaststätte am Samstag, 7. Juni. Geöffnet ist sie dienstags bis sonntags. Reservierungen vermittelt bis zum offiziellen Umzug der neuen Pächter die Gemeindeverwaltung (Telefon 05650/969717). Bis Mitte Mai ist das Ehepaar Germeroth noch im Immensee zu erreichen.

Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

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