Erstes Gesundheitsforum der Region Zubra tagte im Bürgersaal in Rotenburg

Ideen gegen den Ärztemangel

Gerd Zimmermann

Bebra / Rotenburg / Alheim. Rund 50 Teilnehmer aus allen Gesundheitsberufen in Bebra, Rotenburg und Alheim trafen sich zum Gesundheitsforum der Region Zubra, um sich über regionale Kooperationsformen im Gesundheitssektor zu informieren. Zur Fachtagung im neuen Bürgersaal am Rotenburger Bahnhof waren auch hochkarätige Referenten gekommen, die sich im Anschluss an ihre Vorträge den teilweise sehr kritischen Fragen der Teilnehmer stellten.

Dr. Gerd Zimmermann, stellvertretender Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen, verdeutlichte die Situation in den nordhessischen Landkreisen mit niedriger Bevölkerungsdichte, einem hohen Anteil älterer Ärzte und überdurchschnittlich vielen älteren Menschen mit tendenziell mehr Versorgungsbedarf. Er stellte jedoch auch Strategien vor, mit denen dieser Entwicklung entgegengewirkt werden kann.

Professor Klaus Stegmüller von der Hochschule Fulda erläuterte, welche Entlastungsmöglichkeiten Mediziner durch die Delegation von Leistungen an andere Gesundheitsberufe insbesondere bei der häuslichen Versorgung haben, und nannte weitere kooperative Organisationsformen.

Untersuchungen belegten eine höhere Arbeitszufriedenheit und geringere Fluktuationsraten durch die gegenseitige Wertschätzung, wenn Kooperationen eingegangen würden, sagte Stegmüller. Ein praktisches Beispiel dafür, nämlich das integrierte Versorgungskonzept Prosper, stellte Bernd Schleich von der Knappschaft vor und belegte die zahlreichen Vorteile, die den beteiligten Ärzten und Pflegeheimen durch vertragliche Vereinbarungen zur integrierten Versorgung entstehen würden, wie dies bereits in Philippsthal praktiziert werde.

Viele Pflege-Mitarbeiter

Besonders die Schnittstellen zwischen medizinischer Versorgung und Pflege waren den Teilnehmern ein wichtiges Anliegen, von denen rund die Hälfte aus dem Bereich der Pflege kamen. Auch die übrigen Heilberufe und Gesundheitsdienstleister waren gut vertreten. Durchweg positiv beurteilten die Teilnehmer die Initiative der Zubra-Kommunen.

Weitere Schritte insbesondere in Richtung interdisziplinärer Gesprächsrunden wurden gewünscht. „Von den niedergelassenen Ärzten haben wir uns mehr Interesse und Resonanz versprochen“, äußerte Martina Selzer vom Fachbüro für Kommunikation Selzer Konzepte, das von der Zubra-Region mit der Organisation des Projektes „Gesundheitsnetz Zubra“ beauftragt ist.

Als nächsten Schritt zum Aufbau eines Gesundheitsnetzes bietet die Zubra allen Akteuren im Gesundheitswesen die kostenlose Möglichkeit, in einer Broschüre aufgenommen zu werden, die sowohl für die Patientenberatung als auch für die Netzwerkarbeit verwendet werden kann (siehe Hintergrund). Bei Interesse an einer Teilnahme kann das Projektmanagement unter Tel. 06678/91 91 69 oder unter www.gesundheitsnetz-zubra.de kontaktiert werden. Unter dieser Internetadresse sind auch die Vorträge und eine Zusammenfassung der diskutierten Inhalte zu finden. (red)

Quelle: HNA

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