Nach Pferdefleisch-Skandal: Metzger haben keine Probleme

Bad Hersfeld. Der Skandal um Pferdefleisch in Fertigprodukten hat keine negativen Auswirkungen auf den regionalen Einzelhandel.

„Die Umsätze florieren. Das ist ungewöhnlich für diese Jahreszeit“, sagt Johannes Richter, Geschäftsführer der Fleischerei Meissmer, die Filialen in Bad Hersfeld, Eiterfeld und Buchenau betreibt. Sorgen, beim Metzger aus der Nachbarschaft betrogen zu werden, machen sich die Kunden nicht. „Gerade in ländlichen Gebieten ist das Vertrauensverhältnis zwischen Kunden und Metzgern groß“, sagt Richter.

„Jeder zweite Kunde scherzt bei uns darüber und bestellt sein Hackfleisch ohne Pferd“, sagt Henner Otto, Geschäftsführer und Inhaber der Fleischerei Otto. Er hofft auf harte Strafen für die Verantwortlichen: „Eine Abschreckung muss da sein, sonst wiederholt sich das.“ Auswirkungen auf sein Geschäft bemerkt er nicht. Das sei aber bei anderen Skandalen – wie zum Beispiel bei BSE – aber auch nicht anders gewesen, sagt er.

Für Wilfried Roth, ebenfalls Inhaber eines Fleischereibetriebes, kam der Skandal überraschend, eine Erklärung liegt für ihn aber nahe: „Ein Kilo Pferdefleisch kostet nun mal nur etwa einen Euro, Rindfleisch kostet im Einkauf das Vierfache.“ Seine Kunden fragen nur vereinzelt nach der Herkunft des Fleisches.

Sorgen müsse sich aber ohnehin keiner machen. Jede Woche ziehe das Veterinäramt Proben im Betrieb, Beanstandungen gebe es keine.

Deswegen nimmt Wilfried Roth den Skandal auch mit Humor und scherzt: „Ich habe eben in den Nachrichten gehört, dass eine Supermarkt-Lasagne bei den letzten Olympischen Spielen die Silbermedaille gewonnen hat.“

Eine verstärkte Nachfrage nach Pferdefleisch als Delikatesse, wie aus anderen Regionen berichtet wurde, können die Fleischer aus dem Kreis nicht bestätigen. (lad)

Quelle: HNA

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